15/12/2006

«130 000 Jahre Saarland, wer bietet mehr»

Wie alt ist das Saarland wirklich?

Von Claude Michael Jung

Das Saarland auf der antiken Karte „Tabula Peutingeriana”
Auf der Karte: Koblenz (Confluentes), Mainz (Mogontiaco), Trier (Aug. Tresviroy) und Großhumpendorf (Aurica)
außerdem die Vogesen (silva vos...) und die Flüsse Rhein und Mosel

Die saarländische Landesregierung ist völlig von der Rolle. Das ist nichts Neues, das ist kein Einzelfall, das hängt nicht vom Vollmond ab, das ist die Realität und ein Dauerzustand, an den sich die Saarländer längst gewöhnt haben. Was die Zeitrechnung anbelangt, darüber sind sich die Fachleute einig, so wird diese von Landesvater Peter Müller und seinem Kabinett nach dem Pegelstand der Saar berechnet und das auch noch nach dem Pi mal Daumen Verfahren. Ein Witzbold hat nun der phänomenalsten Landesregierung, die jemals im deutschen Südwestzipfel existiert hat den Bären aufgebunden, das Saarland würde im Jahr 2007 seinen 50 Geburtstag feiern. Getreu dem Motto: „Uns ist alles recht, wenn's nur was zu feiern gibt”, wurde an der Saar und ihren Nebenflüssen auch promt das goldenen Saar Jubiläum für 2007 ausgerufen. Und ebenso promt hat die außerparlamentarische Opposition im Land die Saar-Regierung mal wieder am Nasenring gepackt und tief in die wahre Geschichte des lieblichen Landes hineingesteckt.

Nach einer neuen Studie des pseudowissenschaftlischen Instituts für europäische Kulturen (PIEK) in Saarbrücken wurde das Saarland bereits vor rund 130 000 Jahren gegründet. Hintergrund war das erstmalige Aufeinandertreffen von Neanderthalern und dem Homo sapiens im Bereich der oberen Saar. „Die Freude war riesig”, berichtet Studienrat Ernst Nonsens, der mit einer Gruppe junger Saarpatrioten die Geschichte des kleinen Landes bis ins letzte Detail erforscht hat. Dort, wo die Blies sich mit der Saar vereinigt, fand das erste Völkertreffen der Weltgeschichte statt. Schon damals beherbergten beide Völker das sogenannte Feier-Gen in sich, das ihnen gebot, zu jedem Anlass der sich ihnen anbot ein gewaltiges Fest abzuhalten. Man feierte damals meist mit gegorenem Fallobst und als Ergebnis des daraus resultierenden Rauschs der Völker, erblickte etwa neun Monate nach dem Völkerfest der erste Homo Saarlandis das Licht der Welt. Mit ca. 1.600 Kubikzentimeter Gehirn, mehr als bei manchen heutigen Menschen, war der Homo Saarlandis allen anderen Lebewesen weit überlegen. Er gründete schon wenig später den ersten Saarstaat. Man wählte im Gegensatz zu heute, den Klügsten zum Häuptling und lebte ansonsten mit sich und der Welt zufrieden vor sich hin.

Die heutigen Grenzen des Saarlandes wurde von den Kelten später festgelegt. Sie nannten das Saarland Kleinsaarnum und machten daraus die größte keltische Kultstätte zwischen dem Altantik und den Bergen des Urals. Was heute der Vatikan für die katholische Christenwelt bedeutet war für die Kelten der damaligen Zeit Kleinsaarnum. Keltische Geologen erforschten die Bodenschätze und entdeckten dabei, dass ganz Kleinsaarnum auf einer schier unerschöpflichen Lachgasblase entstanden war. √úberall entlang der Flussufer wurde nach Lachgas gebohrt und das kostbare Edelgas in Krüge und Karaffen abgefüllt. Feinde waren chancenlos, das Wort vom totlachen machte die Runde unter all denjenigen, die Böses mit Kleinsaarnum im Sinn hatten.

Auf die Saar-Kelten folgten die Römer. Julius Cäsar war es, der beim Anblick der Saarschleife ausrief: „Völker Roms, schaut auf dieses Land und kniet nieder vor seinen Häuptlingen und Bewohnern”. Der große Cäsar war es auch der Kleinsaarnum zur autonomen Provinz Saarlandum machte und deren Grenzen anerkannte. Die Saarländer waren den Römern gegenüber niemals tributpflichtig, sondern wurden von Rom aus gefüttert und getränkt. Der römische Historiker Claudius Auricanus, selbst an der Saar geboren, schreibt über sein Saarvolk: „Ohne selbst gewalttätig zu sein ist der Saarländer, was seinen Leibesumfang anbelangt, gewaltig. Er versteht es zu feiern und das römische Reich täte gut daran an seinem Wesen zu genesen”.

Erst mit Michel de Nostredam, der als Nostradamus in die Weltgeschichte einging, zogen dunkle Wolken über das Saarland. Nostradamus prophezeite dem Saarland am Ende des 20 Jahrhunderts und zu Beginn des 21 Jahrhunderts schreckliche Dinge. „Von Narren wirst du, mein Saarland regiert werden, Narren werden dich ruinieren und wollen dich vom Antlitz der Erde fegen. Deine Häuptlinge werden dumm wie Stroh sein und das Land der Götter an den Abgrund führen. Der unrasierte Satan wird von Mainz aus an deinen Festen rütteln und deine Herrscher werden die Zeichen der Zeit nicht erkennen. Ein schwarzer Peter wird auf deinem Thron sitzen und die Sonne wird sich verfinstern”.

Wie die Studie des pseudowissenschaftlischen Instituts für europäische Kulturen (PIEK) feststellt wird das Saarland jedoch nicht an seinem fahrlässig festgelegten 50. Geburtstag untergehen. Studienrat Ernst Nonsens ist sich sicher, das an diesem ominösen Jubiläum, endlich das Ende der Narrenzeit an der Saar eingeläutet wird. „Die Erde wird sich unter den schwarzen Füßen der Landesregierung auftun und die Clowns verschlingen. Dann aber wird der wahre Geburtstag des Landes gefeiert werden”, verspricht Studienrat Ernst Nonsens, dann wird es heißen „130 000 Jahre Saarland, wer bietet mehr”?

Au, den 15. Dezember 2006.

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