20/12/2006

Bier statt Böller

Kurt Beck bekommt einen Job als Bierkutscher im Saarland

Von Claude Michael Jung

"Bier statt Böller." Unter diesem Motto steht die diesjährige Silvester- offensive der saarländischen Humpenbrauerei an der oberen Saar. Federführend bei der generalstabsmäßig geplanten Bieroffensive zum Jahreswechsel 2006/07 ist wie immer der Großhumpendorfer Bürgermeister Edgar Lump. Der parteilose Lump, unter dessen Kommando die im Gemeindebesitz befindliche Humpenbrauerei seit Jahren zweistellige Zuwächse verzeichnet, sagte aus gegebenem Anlass am gestrigen Abend an der Theke in Ă„nnchens Kneipe am Dorfbrunnen: "Der Rausch von gestern löscht noch lange nicht den Durst der Menschen von heute und schon gar nicht deren Durst von morgen oder übermorgen." Bürgermeister Edgar Lump bestätigte zudem Pläne, wonach sich die Humpenbrauerei künftig in zahlreichen Entwicklungsländern an der soziokulturellen Verbreitung der Humpenkultur beteiligen werde. So seien unter anderem mehrere Humpenoasen in der Sahara und in der Wüste Gobi geplant - oder bereits im Bau.

"Freibier statt Frust." Mit diesen Worten sprach Bürgermeister Edgar Lump auch eine offizielle Einladung an tausend ungewaschene und unrasierte Arbeitslose aus dem Saarland, Rheinland Pfalz und Hessen aus. Zehn von ihnen, so Lump, sollen nach einem eingehenden Casting ihrer Frisur, ihrer Zehennägel, Hemdkragen und ihrem Körpergeruch nebst Fahne einen Aushilfsjob als Bierkutscher und Leergutdisponenten erhalten. Mit einem Seitenhieb auf den Pfälzer Häuptling und SPD-Vorsitzenden Kurt Beck sagte Lump: "Kurtchens ungepflegter wilder Bart berechtigt auch ihn, an der Fleischbeschau teilzunehmen und als Bierkutscher macht er eine wesentlich bessere Figur denn als Nachfolger von August Bebel, Willy Brandt und Oskar Lafontaine."

"Der Klügere kippt nach." Diesen Satz richtete Bürgermeister Edgar Lump an Bundespräsident Horst Köhler und lobte ihn für seine unerschrockene Art, die Bundesregierung auf Trab zu halten. Edgar Lump empfahl, dem Bundespräsidenten in Zukunft für jede verweigerte Unterschrift unter ein Gesetzesmachwerk einen Kasten Premiumbräu zu spendieren.

Mit dem Zitat "Warmes Bier und kalte Frauen können jedes Fest versauen" des großen Saar-Philosophen Emilianus von Kaltnaggisch wandte sich Lump dann in seinem bundespolitischen Rundschlag an den bayerischen Landesfürsten Edmund Stoiber. Nachdem die Fürther Landrätin und CSU-Kritikerin Gabriele Pauli unverfroren eine offene Debatte über eine abermalige Spitzenkandidatur des CSU-Chefs zum Ministerpräsidenten vom Zaum gebrochen hatte und sogar behauptete, aus Edis Staatskanzlei heraus bespitzelt worden zu sein, brach der Großhumpendorfer Bürgermeister eine Lanze für seinen Bierzeltbruder von der Isar. Edgar Lump forderte den Stoiber Edi dazu auf, gefälligst die Herausforderung anzunehmen und als Kandidat für das höchste Amt im blau-weißen Freistaat erneut in die Bütt zu steigen. "Niemand bringt das gemerkelte Volk zwischen Saar und Oder so zum Lachen wie der Edmund", meinte Lump, der für seine Worte eine große Portion Beifall von den anwesenden Gästen erhielt. Auch ist Lump sich sicher, dass Edis Geheimagenten letztendlich etwas finden werden, das sie der Fürther Landrätin anhängen können. "Die steigt bestimmt pudelnackt in die Badewanne", so Lump.

Mit dem Postulat Edgar Lumps, das Haltbarkeitsdatum bei Bier abzuschaffen, endete der bierpolitische Abend in Ă„nnchens Kneipe am Dorfbrunnen. "Bei uns hat das Bier gar keine Zeit, alt zu werden. Wozu dann also ein Haltbarkeitsdatum?" Mit diesen Worten wurde die Versammlung geschlossen, das Lokal übrigens ebenfalls.

Mittwoch, 20. Dezember 2006

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