26/11/2006

Cleopatra, Miss Universum der Antike

Warum die schönste Frau der Welt keinen Selbstmord beging

Von Claude Michael Jung

Kraft und Schönheit ausstrahlende Idole wurden in der Antike zumeist nackt dargestellt. Griechen und Römer hatten keinerlei Probleme damit ihre Göttinnen und Helden textilfrei in Marmor meisseln zu lassen und sie auf öffentlichen Plätzen zu präsentieren. Es gab noch kein Jugendschutzgesetz und so konnten Muskelmann Herkules, Aphrodite und Venus ihre Vorzüge jedermann ungeniert präsentieren. Zu den Schönheiten der Antike gehörte auch Cleopatra VII., die Königin von Ägypten und in weitestem Sinne, Nachfahrin Alexander des Großen. Würde sie heute noch leben, so könnten wir sie täglich auf den Titelseiten der Boulevardzeitungen und der Regenbogenpresse bewundern. Nicht nur aus Hollywoodschinken, sondern auch aus unzähligen anderen Mantel und Sandalenfilmen hat die Welt erfahren, das Cleopatra den halben Tag lang in Stuten, Kamel und Mäusemilch gebadet hat, nackt durch den Palast gelatscht ist und sogar pudelnackt immer neue Steuergesetze erlassen, sowie ausländische Botschafter nebst ihren Delegationen empfangen hat. Sogar die große Bibliothek von Alexandria soll sie nackt besucht haben um dort zu studieren, ohne das es jemals zu einer Studentenrevolte gekommen ist. Das ist allerdings auch dadurch zu erklären, dass die Bildungsschicht im damaligen Ägypten überwiegend aus Eunuchen bestanden hat.

Die Antike war eben die gute alte Zeit und die ist leider unwiederbringlich verloren. Auch fehlt uns die Vorstellungskraft, der US Herkules George Bush hätte seinen „Sieg” über den Irak der Welt nur mit einem Lorbeerkranz auf dem Kopf an Deck eines amerikanischen Flugzeugträger verkündet, oder Bundeskrankheitsministerin Ulla Schmidt würde im Evaskostüm vor dem Bundestag für ihre kranke „Reform” streiten. Man stelle sich nur mal das Gesicht des russischen Präsidenten Putin vor, wenn ihm ein kräftiger Kossack im Kreml einen Teppich vor die Füße legt, ihn ausrollt und die mächtigste Merkelkanzlerin aller Zeiten käme vor laufenden Fernsehkameras, ganz im Stile Cleopatras, nur in eine Tüllgardiene gehüllt zum Vorschein. Wir müssen eben klar feststellen, Angela Merkel und Cleopatra VII. haben nichts gemeinsam. Dies gilt ebenfalls für Condy Rice, die schönste amerikanische Versuchung seit dem weißen Hai. Wie sonst wäre es zu erklären das Nordkorea noch immer nicht die „amerikanischen Menschenrechte” anerkennt und Osama bin Laden nicht ans Kapitulieren denkt.

Cleopatra wusste jedenfalls wie man richtig mit den Wimpern klimpert und der große Eroberer Galliens, Julius Caesar deutete schon im Jahr 48 v. Chr. die Zeichen der Zeit richtig. Ruck Zuck wurde der kleine Prachtkerl Caisarion gezeugt und die römischen Uhren wurden einige Jährchen nach dem großen Leuchtturm von Alexandria gestellt. Während der mächtige Herrscher Roms auf dem Bettlaken Cleopatras Politik machte, hüllten sich die prüden Römer lieber in solche Laken ein, wenn sie im Senat, oder auf den Gassen und Plätzen Roms über Caesars Ermordung debattierten. Auch Marcus Antonius, Caesars alter Weggefährte und Mitregent Roms, vermochte nicht den Verführungskünsten Cleopatras zu widerstehen. Cleopatra immerhin schon im zarten Alter vor 23 Jahren, weihte den Römer aus Leibeskräften in die Geheimnisse der ägyptischen Liebeskunst ein. Marcus Antonius beschenkte sie dafür reich. Viel zu reich, wie sein Rivale Octavian befand und der löste zuerst in Rom eine Neidkampagne, wie man sie heute auch noch im Kampf gegen die Arbeitslosen kennt, gegen Marcus Antonius und seine Geliebte Cleopatra aus. Auf die erfolgreiche Neid und Hetzkampagne folgte natürlich der Krieg, der 31 v. Chr. mit der Seeschlacht von Actium einen ersten dramatischen Höhepunkt fand. Militärhistoriker sind sich heute einig darüber, hätte es Cleopatra nicht versäumt, sich der römischen Flotte nackt zu zeigen, ihrer und der Sieg des Marc Antonius wären gewiss gewesen.

Als im Jahre 30 v. Chr. Marcus Antonius die Ausweglosigkeit seiner Lage erkannte, brach er das letzte Gefecht gegen Octavian ab und beging Selbstmord. Warum Cleopatra nicht auch noch Octavian, den späteren Kaiser Augustus zum Zweikampf auf die Liebesmatte gelegt hat und sich stattdessen lieber im Grabmal ihrer Dynastie angeblich vom Biss einer Kobra töten ließ, ist aus historischer Sicht unbekannt und auch unwahrscheinlich. Diese Frage vermochten weder Shakespeare in seinem Drama, noch Hollywood jemals zu beantworten. Fünf Jahre vor Christi Geburt erschien aber in dem, im gesamten römischen Reich weit verbreiteten, auflagenstarken Magazin „TavernenUmschau” ein Artikel des bekannten römischen Klatschreporters Claudius Auricanus über Kaiser Augustus. Claudius Auricanus beschreibt seinen Kaiser darin als hässlichen, der Weiblichkeit abgeneigten Ignoranten. Schon in seiner Jugend soll Octavian schon lieber das Würfelspiel bevorzugt haben, als sich an den Rundungen des schönen Geschlechts erfreut haben. Lediglich ein einziges mal soll der spätere Herrscher Roms auf eine rothaarige hünenhafte Walküre aus Germanien abgefahren sein, die ihn bis zu seinem Ende verfolgt hat.

Auch der große Philosoph des Mittelalters, Emilianus von Kaltnaggisch geht in seiner Cleopatra-Biographie nicht auf den tragischen Suizid der ägyptischen Schönheitskönigin ein. In seinem Jahrtausendwerk „Wenn der Nil rauscht”, bestätigt Emilianus von Kaltnaggisch nicht nur den antiken Klatschreporter Claudius Auricanus, sondern vervollständigt noch dessen Ausführungen was Octavian anbelangt. Nach Emilianus von Kaltnaggisch soll sich Octavian niemals die Füße und die Pfoten gewaschen haben bevor er eine Frau berührte. Niemals soll er sich die Zähne geputzt haben und wie ein Wolf aus dem Hals gestunken haben. „Lieber den Kuss der Kobra verspüren, als den Atem des Wolfs von Rom zu inhalieren” soll Cleopatra, die dem großen Philosophen Emilianus von Kaltnaggisch nach dessen eigener Überlieferung mehrmals erschienen ist, gehaucht haben. Der große Philosoph findet allerdings in diesen Worten keinen Grund einen Suizid zu begehen, sondern wertet die Worte der erhabenen Königin vom Nil eher als einen Fluchtgrund.

Auch die moderne Wissenschaft, angeführt vom Großhumpendorfer Chronisten, Studienrat Ernst Nonsens, geht nicht mehr von einem Selbstmord der lebenslustigen Königin von Ägypten, Armenien, Kilikien, Syrien, Medien und zahlreicher anderer Ländern, Gebiete, Täler, Flüsse und Seen aus. Bumsfidel und wie immer pudelnackt sei Cleopatra VII. aus der Umklammerung des römischen Heeres unter Octavian entkommen, schreibt Studienrat Ernst Nonsens in dem, im „Großhumpendorfer Generalanzeiger”. Darin schreibt der Saar-Studienrat auch: „Ob die liebreizende Cleopatra nun versteckt in einer Weinamphore durch die römischen Linien geschmuggelt wurde oder auf einem fliegenden Teppich ihren Häschern entkommen ist, welchen Herrscher sie nach Marcus Antonius in den Wahnsinn getrieben hat und die Frage, ob sie eventuell heute noch als Flaschengeist die Herrscher der Welt in die große Kunst der hohen Politik einweiht ist unerheblich. Cleopatra die größte Liebeskünstlerin des Universums hat jedenfalls nicht nur den großen Caesar, Marcus Antonius und Octavian überlebt, die letzte Ptolemäerin auf dem Pharaonenthron lebt noch immer und die Geschichte derer, die sich von ihr auf die Matte legen lassen wird immer länger. Wenn mal wieder alles rauskommt nennt man dies heute einen handfesten Skandal und wartet auf den Nächsten.

Au, den 26. Oktober 2006

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