30/1/2008

Wird der «Rote Kaplan» bald Bischof von Trier?

Pastor Friedensreich Selighauer ist hoher Favorit

Der apostolische Visitator, Erzbischof Anro spendiert der Saargemeinde Großhumpendorf seinen Segen
Fotomontage: Andreas Rockstein

Von Claude Michael Jung

Für Erzbischof Anro, den apostolischen Visitator, den Papst Benedikt XVI. an die obere Saar in die Christengemeinde Sankt Donner und Doria, gesandt hat, um einigen Merkwürdigkeiten nachzugehen, ist der Großhumpendorfer Pastor Friedenreich Selighauer immer noch hoher Favorit auf das verwaiste Amt des Trierer Bischofs. Der Trierer Bischofsposten ist vakant, seit Bischof Reinhard Marx, der sechs Jahre lang die Katholischen Böcke und Schafe hier gehütet hat, wegen der vielen heidnischen Bräuche überall in seinem Bistum, in die Erzdiözese München und Freising geflohen ist.

Papst Benedikt XVI: hatte vor allem Bedenken, Pastor Friedensreich Selighauer die Verantwortung über die Trierer Herde, wegen dessen niemals so recht geklärten Vorlebens, zu übertragen. Böse Zungen, vor allem Pfälzer aus dem Bistum Speyer hatten immer wieder behauptet, Pastor Selighauer könne eine Kalaschnikow schneller zusammenbauen, als das „Vater Unser” herunterbeten.

Auch kursierten in Rom immer wieder Fotos, die den jungen Kaplan Selighauer im olivfarbenen Kampfanzug und mit rotem Stern am Barett im südamerikanischen Dschungel zeigten. Dackelfalten des Zweifels und der christlichen Unmut, legten sich auch auf die päpstliche Stirn, als der Heilige Vater erfahren musste, dass Pastor Friedensreich Selighauer fortgesetzt mit Kommunisten und Anarchisten, wie dem Großhumpendorfer Bürgermeister Edgar Lump und dem Dorfchronisten Ernst Nonsens, an der langen Theke in Ännchens Kneipe das Abendmal feiert.

Sicher verwahrt, im Fotoalbum der Erinnerung von Studienrat Ernst Nonsens, sind dagegen die zahlreichen Farbfotos von den Moskauer Maiparaden zur Sowjetzeit, die den streitbaren Großhumpendorfer Pastor stets direkt neben dem Kremlchef stehend zeigen. Auch den Bruderkuss, den Pastor Selighauer dem DDR Staatschef Erich Honecker, bei dessen Saarlandbesuch am 10.September 1987 aufgedrückt hat, bekam im Vatikan noch niemand mit.

Erzbischof Anro, der apostolischen Visitator, der die Ungereimtheiten im Vorleben des Anwärters auf den Trierer Bischofsstuhl klären soll, sieht den Großhumpendorfer Hirten allerdings immer noch als hohen Favoriten auf das verwaiste Bischofsamt an. Erzbischof Anro hält es sogar für möglich, dass es Pastor Selighauer als erster Saarländer noch zum Nachfolger Petrie auf Erden bringt und den Vatikan reformieren wird. Das sagte Erzbischof Anro jedenfalls gestern Abend am Stammtisch in Ännchens Kneipe am Dorfbrunnen, wo er als Ehrengast des Gemeinderates bis in die frühem Morgenstunden hinein, Contenance und Sitzfleisch unter Beweis stellte.

Besonders angetan war der apostolische Visitator, Erzbischof Anro von der „Wunderbaren Geldvermehrung”, die Pastor Selighauer auf den Weg gebracht hat und die seither reichlich klimperndes Manna in die Pfarrei Sankt Donner und Doria an der oberen Saar fließen lässt. Der rührige Gemeindehirte hatte erst kürzlich am „Internatinal Airport Saabrigge” mehrere Ablassautomaten zur Vergebung der CO2 Sünden der Fluggäste aufgestellt. Sogar Flüge nach Rom und Jerusalem fallen jetzt unter den Appell an das schlechte Fluggewissen der Nah und Ferneisenden. Freiwillig stocken die Fluggesellschaften die Ablasspreise sogar noch auf, da sie von Pastor Selighauers Idee: „Fliege für Gott und den Umweltschutz” hellauf begeistert sind.

Erzbischof Anro ist überzeugt, wenn Papst Benedikt XVI. von der genialen Ablasshandelreform seines Frontmannes an der oberen Saar erfährt, steht Pastor Friedensreich Selighauer eine steile Karriere auf der apostolischen Leiter bevor. Dann kann Pastor Selighauer sogar das Abendmahl weiter mit Kommunisten und Anarchisten, wie dem Großhumpendorfer Bürgermeister Edgar Lump und dem Dorfchronisten Ernst Nonsens weiter feiern. Dafür müssen Bürgermeister Lump und Studienrat Nonsens dann allerdings nach Rom reisen.

Au, den 30. Januar 2008

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