6/10/2006

"Energie durch Donnerbalken"

Großhumpendorf weiht größte saarländische Biogasanlage ein

Von Claude Michael Jung

Wie man das, was bei Mensch und Tier hinten rauskommt, zu Gold macht, darin hat man in der reizenden Saargemeinde Großhumpendorf enorme Erfahrung. Einen zukunftsweisenden Schritt, vom Landwirt zum Energiewirt hat jetzt Bauer Güllerich gemeinsam mit dem gemeindeeigenen Energieversorger, der Großhumpendorfer Ökostrom und Biogas Gesellschaft(GÖBG) getan. Auf seinem Hof wurde jetzt die bislang größte saarländische Biogasanlage eingeweiht.

Das von der saarländischen Gesellschaft für Fäkalanalyse und Technik (SGFT) entwickelte Großprojekt erbringt aus fünf Generatoren eine konstante Tagesleistung von rund 2000 Kilowatt eines gehaltvollen Wechselstroms, mit dem mehr als 4500 Haushalte in der Gemeinde zu Traumpreisen, wie vor über 50 Jahren versorgt werden können. Rohstofflieferanten sind nicht nur die Schweine und Rinder von Bauer Güllerich, sondern der gesamte in der Gemeinde produzierte Mist wird über ein Rohrleitungssystem und mit Hilfe einer modernen Hochdruckpume der Biogasanlage zugeführt. Mit den anfallenden Wärmemengen wird das Großhumpendorfer Rathaus und Ännchens Kneipe am Dorfbrunnen während der Wintermonate besonders mollig zum Nulltarif beheizt.

Bürgermeister Edgar Lump erwähnte in seiner Eröffnungsrede auch die beiden größten Rohstoffliferanten namentlich. Dank und bürgermeisterliche Anerkennung fand dabei nicht nur Elsbeth die Sau von Bauer Güllerich sondern auch Oberstleutnant a.D. Wilfried von Bockschuss, der Kommandant des Großhumpendorfer Heimatmuseums. Er erhielt für die, von ihm produzierten und abgelieferten Rohstoffmengen sogar die goldene Klobrille mit Lorbeerkranz überreicht. Im Rahmen des offiziellen Veranstaltungsprogramms überreichte Bürgermeister Lump dann noch dem stolzen saarländischen Umweltminister Stefan Mörsdorf ein Riechfläschchen mit dem durchaus auch waffenfähigen Biogas.

Die in der Großhumpendorfer Biogasanlage erzeugten 10 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr machen die Saargemeinde unabhängig von den Energiemonopolisten und deren Preistreiberei. "In Großhumpendorf muss sich niemand mehr davon überzeugen, ob das Licht im Kühlschrank auch wirklich ausgeschaltet ist, wenn die Tür geschlossen wird", schreibt Studienrat Ernst Nonsens, der Chronist der Gemeinde auf seinen Notizblock. In den kommenden Jahren sollen in sämtlichen öffentlichen Gebäuden der innovativen Saar-Kommune Biogasanlagen installiert werden. Bürgermeister Lumps Pläne sehen vor, auch die jährlich nach Zehntausenden gerechneten Touristen, welche die wunderschönen Gemeinde besuchen, zur Energiegewinnung auf den Großhumpendorfer Donnerbalken einzusetzten. "damit werden wir nicht nur die Spannung auf unseren Leitungen von 220 Volt auf mindestens 300 Supervolt erhöhen, sondern auch zum Stromexporteur werden", sagte Lump vor geladenen Gästen in Ännchens Kneipe am Dorfbrunnen nach der offiziellen Einweihung der größten saarländische Biogasanlage. Dem Umweltminister hatte er zuvor noch einen Vorschuss in Höhe von 1000 000 EURO für das geplante Pilotprojekt mit Modellcharakter "Energie durch Donnerbalken" abgeluchst.

Zur Finanzierung des Projekts gibt die Gemeinde Großhumpendorf ab kommenden Montag Anteilscheine von 1000 bis 5000 EURO aus, die allerdings nur von Einwohnern der lieblichen Gemeinde erworben werden können. Bereits nach fünf Jahren hat sich der Einsatz amortisiert und die Gewinne werden mehr als traumhaft sein. Das hat die saarländische Gesellschaft für Fäkalanalyse und Technik (SGFT) errechnet, die auch mit dem Bau des größten Donnerbalkens der Welt, am Fuß der Grohumpendorfer Kuckuckshöhe betraut ist. Hier sollen am laufenden Meter 1500 bequeme, auch für eine Dauersitzung geeignete Sitzplätze für die Energiegewinnung aufgestellt werden. "Angesichts der immer knapper werdenden Reserven fossiler Energieträger auf der Erde wird der Erzeugung von Energie aus bester Biomasse zukünftig eine immer größere Bedeutung zukommen. Großhumpendorf wird auch hier eine Vorreiterrolle übernehmen und mit Euphorie alles verwerten und verarbeiten was uns angeliefert wird", sagte Bürgermeister Edgar Lump bevor er von Studienrat Ernst Nonsens und Pastor Friedensreich Selighauer in einer Schubkarre wieder mal nach Hause gefahren werden musste.

Au, den 6. Oktober 2006

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