3/11/2006

Großhumpendorfer Jugend total versaut und verdorben

„Er hat meinen BH mit dem Schraubenzieher öffnen wollen und in meinem Höschen den Schlitz gesucht”

Von Claude Michael Jung

Das Dezernat für sexuelle Aufklärung der Saargemeinde Großhumpendorf hat Jugendliche zu ihrem Sexualverhalten befragt. Pastor Friedensreich Selighauer hat die Studie ausgewertet und es hat den streitbaren Ritter des rechten Glaubens vom Hocker gehauen. Der Gottesmann musste sich vor dem Sexteufel in Ännchens Kneipe am Dorfbrunnen flüchten und dort vor Gram gleich mehrmals die Getränkekarte hinauf und hinab trinken. Mitleidige Stammgäste haben ihren guten Hirten danach mit Hilfe des Kneipentaxis, einer luftbereiften Schubkarre, zurück ins Pfarrhaus verfrachtet und dafür Sorge getragen, dass sich der Großhumpendorfer Sexskandal in Windeseile in der gesamten schrecklich netten Kommune an der oberen Saar und noch weit darüber hinaus verbreiten konnte.

Großhumpendorf ist nicht nur sexy, sondern seine hoffnungsvolle Jugend ist total versaut und verdorben. Sollte die Gottesmutter mal im „Dorf am Fluss” erscheinen, die „unbefleckte Empfängnis” würde vor Scham erröten und sofort wieder, auf Nimmerwiedersehen verschwinden. „Was sich alleine schon die 14jährigen während und immer öfter sogar. anstatt sich den Hausaufgaben zu widmen, so zusammenbumsen und vögeln, geht auf keine Kuhhaut”, sagte auch der Großhumpendorfer Chronist, Studienrat Ernst Nonsens, nachdem er die ersten zehn Seiten der insgesamt 486 Seiten umfassenden Sexualstudie mit Hochgenuss gelesen hatte. Er empfahl genau so wie der Großhumpendorfer Arzt, Schauspieler und Bergsteiger Dr. Hubert Engerling, den Saustall keineswegs auszumisten, sondern die Praktiken der modernen Jugend weiter und vor allem noch intensiver zu studieren.

Der Umsatz von Kondomen aller Farben und Geschmacksrichtungen hat gerade in der Gruppe der Frühreifen 14 bis 15 jährigen Rotzlöffel enorme Zuwächse zu verzeichnen, hier wird gerammelt bis es quietscht, fanden die Sexologen im Großhumpendorfer Rathaus heraus. Als Bürgermeister Edgar Lump seiner lieben Gattin den ganzen Skandal im Detail näherbrachte, musste er sich von seiner geliebten „La Rabiata” etwas herablassend auch noch die Frage gefallen lassen: „Wie, die können so oft und Du”?. Entgegen häufig geäußerter, jedoch bisher unbewiesener Spekulationen nimmt die Zahl der Mädchen mit sehr früher sexueller Erfahrung in Großhumpendorf nicht weiter zu. Unter den 14jährigen hätten aktuell 35 Prozent das „erste Mal” bereits hinter sich, die Hälfte davon hat allerdings angegeben, das ihnen danach die Lust nach weiteren sexuellen Abenteuern gründlich vergangen ist. „Das meiste ist danebengegangen, der Spaß war zu kurz, es war schon passiert bevor er die Hose überhaupt auf hatte, er hat meinen BH mit dem Schraubenzieher öffnen wollen und in meinem Höschen den Schlitz gesucht” gaben Marita, Katja, Beate und Janina freimütig zu Protokoll.

Die Gruppe der etwas älteren Schnuckelchen, der 17 Jahre alten Girls, verzeichnet hingegen einen leichten Sprung was die Zufriedenheit mit dem männlichen Partner anbelangt von 45 auf 51 Prozent gegenüber der letzten Studie von vor 250 Jahren. Weiter registriert die neue Bumsstudie, dass die Jungs in Sachen Sex leicht hinzugelernt haben, allerdings noch immer viel zu oft, sofort nach getaner Arbeit einschlafen. Das bestätig auch Sylvia, die 17 jährige Enkelin von Bürgermeister Edgar Lump und fügt mit einem frivolen Lächeln an: „Die haben bestimmt alle bei Opa gelernt”.

Heute benutzten 71 Prozent der Mädchen und 66 Prozent der Jungen bei ihren reizenden Spielchen bunte Kondome und 53 Prozent aller Befragten gaben an, auch andere Spielsachen beim Miteinander einzusetzen. Der ”Missionar” ist die am meisten beliebte Stellung beim Verkehr und die Lust nach Gruppensex verspüren mit steigender Tendenz bereits 27 Prozent aller Befragten, baldowerte die Skandalstudie aus.

Die skandalöse Sexstudie über die Verderbtheit der Dorfjugend spaltet nun die ansonsten so einige Saargemeinde. Eine Bürgerinitiative um Pastor Selighauer und eine Reihe konservativer Glaubens und Sittenkrieger beabsichtigt ein, von den einst hier lebenden Tempelrittern erlassenes Gesetz wieder zu aktivieren. Im 13. Jahrhundert hatte Tempelritter Schlendrian der Selige auf Geheiß seines eifersüchtigen Weibes angeordnet, das Frauen die in der Öffentlichkeit zu viel Haut zeigen, sich laut Gesetz strafbar machen und in einen alten Sack gehüllt an den Pranger gestellt werden müssen. Damals wurde auch der Minirock schon verboten und eine Modepolizei eingeführt. Die Bürgerinitiative die sich „Taliban des Abendlandes” nennt will aber noch weiter gehen. So soll in Großhumpendorf erst Frauen ab Dreißig erlaubt werden Strings und Tangas zu tragen und der weiblichen Jugend verordnet werden ihre zarte Haut mit Unterröcken und Liebestötern aus kratziger Wolle zu bedecken. Die Vorschriften sollen von einer Modemiliz zu der sich alle männlichen Mitglieder der „Taliban des Abendlandes” schon freiwillig gemeldet haben, strengstens kontrolliert werden. „Wir müssen dem Sittenverfall Einhalt gebieten, der Teufel darf sich nicht weiter unter den Miniröcken verstecken”, befand Pastor Friedensreich Selighauer in seiner sonntäglichen Strafpredigt von der Kanzel der Pfarrkirche Sankt Donner und Doria herunter. Bürgermeister Edgar Lump, ein Freund aller Miniröcke und ein großer Sünder vor dem Herrn weigert sich jedoch ein solches Gesetz zu unterzeichnen. Sylvia, seine schnucklige 17 jährige Enkelin hat Opa Lump bereits mit ernsten Konsequenzen gedroht und bekannt gegeben, dessen gesamte erotische Literatursammlung öffentlich auf dem Großhumpendorfer Rätschplatz verbrennen zu wollen. Am kommenden Freitag soll ein Versöhnungsgespräch zwischen den verfeindeten Parteien in Ännchens Kneipe am Dorfbrunnen stattfinden und nach einer einvernehmlichen Lösung gesucht werden.

Au, den 3. November 2006

GroßhumpendorfGeschichtenwww.saarlandbilder.net