10/2/2007

Humpenbanner weht nun auch über Brasilien, Venezuela und Kuba

Teil II | Teil I

Taigatrommel bringt Großhumpendorfer Wirtschaftsdelegation wieder in die Heimat

Von Claude Michael Jung

Kein Wölkchen trübte den Himmel über Rio de Janeiro, als der Airbus mit dem Großhumpendorfer Wirtschaftsrat an Bord vom Aeroporto Internacional do Rio de Janeiro/Galeo Antonio Carlos Jobimin, in Richtung der nördlichen Hemisphäre abhob. Der gesamte Großhumpendorfer Wirtschaftsrat, insbesondere Bürgermeister Edgar Lump, hoffte auf einen ruhigen Flug in Richtung der kubanischen Hauptstadt Havanna, um unterwegs Kräfte für die bevorstehenden Wirtschaftsgespräche mit dem venezuelanischen Staatspräsidenten Hugo Chavez und der kubanischen Regierung tanken zu können.

Mit an Bord war auch der Erzbischof von Rio de Janeiro, Anro I., der seinen alten Weg und Kampfgefährten Fidel Castro besuchen wollte. Auch hatte Erzbischof Anro I. den Wunsch geäußert seinen alten Studienkollegen, den Großhumpendorfer Pastor Friedensreich Selighauer wieder zu sehen und mit ihm über die bewegten, alten Zeiten zu sprechen. Wie Erzbischof Anro dem Großhumpendorfer Bürgermeister Edgar Lump anvertraute, war es Pastor Selighauer dereinst gewesen, der seiner Eminenz das basteln von Molotowcoktails beigebracht hatte und ihn auch gelehrt hat, diese höchst effizient einzusetzen. Aus erzbischöflichem Mund erfuhr Bürgermeister Edgar Lump auch noch, das Pastor Selighauer in jungen Jahren in internationalen Revoluzzerkreisen nur der rote Kaplan genannt wurde.

Kaum war der Äquator überquert, traf auch schon die Hiobsbotschaft aus der Heimat ein. Eine saarländische Nachrichtenagentur meldete, es sei zu einem Aufstand des Personals auf dem «Saabrigge International Airport» gekommen, die Landebahn sei blockiert und die Demonstranten forderten den Kopf des saarländischen Wirtschaftsministers Dr. Hanspeter Georgi, der als tollpatschiger Verhandlungsführer mit den Pfälzer Nachbarn die Existenz des Flughafens Saarbrücken gefährdet hatte. Eine französische Agentur meldete sogar, die Großhumpendorfer Wirtschaftsdelegation müsse wohl oder übel bei ihrer Rückkehr auf dem Zweibrücker Flugfeld, also in Feindesland, ihre Reise beenden. «Niemals wird ein Lump auf einem Pfälzer Flugacker landen oder gar starten», verkündete Edgar Lump und fügte an, er wolle lieber den Rest seines Lebens auf Kuba verbringen als in Schande heimzukehren.

Ganz Kuba war auf den Beinen als der blaue Airbus mit dem großen Humpen am Leitwerk auf dem Aeropuerto International José Martí in Havanna landete. Nicht einmal Papst Johannes Paul II. erlebte bei seiner Kuba-Visite einen derartigen Empfang. Auf dem Platz der Revolution in Havanna prangte - selbstverständlich überlebensgroß - neben dem Bildnis von Che Guevara das Bild von Bürgermeister Edgar Lump im Kampfanzug und mit dem schäumenden Humpen in der Hand. «Der Mythos von Edgar Lump lebt sogar auf Kuba» schreibt der Chronist, Studienrat Ernst Nonsens in sein Reisetagebuch.

Bis spät in die Nacht hinein tagte dann das erweiterte Politbüro der KP Kubas. Unter den Sitzungsteilnehmern waren neben der Großhumpendorfer Delegation auch der Staatschef Venezuelas Hugo Chaves mit einflussreichen Wirtschaftsexperten seines Landes. Beschlossen wurde die Einführung einer Norm für Mittelamerikanische Bananen. Hierzu werden die vom saarländischen Heimwerkerpräsidenten Emil Bossler entworfenen Pläne für den Bau mehrerer Bananenbiegereien in Venezuela und Kuba in den nächsten Jahren verwirklicht. Das Politbüro beschloss weiter, das jede Banane, die in Zukunft in den Export gelangt, der Sichel des abnehmenden Mondes zu gleichen hat. Zu Ehren von Bürgermeister Edgar Lump wird eine neue, größere Bananensorte gezüchtet, die den Namen seiner geliebten Ehefrau Elfriede - La Rabiata - erhalten wird.

Um dem fortgesetzten US-Wirtschaftsboykott gegen die sozialistische Karibikinsel zu begegnen, werden mit Großhumpendorfer Investitionsmitteln mehrere moderne Luxushotels an den Traumstränden der roten Insel gebaut. Der Vorschlag von Bürgermeister Edgar Lump, die gute alte DM dort als offizielles Zahlungsmittel einzuführen, führte zu einer Laola-Welle der Begeisterung innerhalb des versammelten Politibüros und die Kubaner auf den Straßen und Plätzen begannen bis zur völligen Erschöpfung zu schunkeln. Mit der Unterzeichnung eines Freihandelsabkommens zwischen Venezuela, Kuba und Großhumpendorf, sowie dem gemeinsamen Absingen der Internationalen endete der Wirtschaftsgipfel. «Im kommenden Jahr werden die Gespräche an der oberen Saar fortgeführt«, sagte Bürgermeister Edgar Lump gegenüber der Zeitung «Granma» dem offiziellen Organ der Kommunistischen Partei Kubas.

Die Hoffnungen der weit gereisten Großhumpendorfer Wirtschafts und Handlsdelegation doch noch bei ihrer Rückkehr an die Saar auf dem «Saabrigge International Airport» landen zu können zerschlugen sich vollends als die Maschine die französische Hauptstadt überflog. «Auf dem Flughafen Saarbrücken brennen tausende alter Autoreifen und Sperrmüll aus dem gesamten Saarland», meldeten verschiedene Nachrichtenagenturen übereinstimmend. Der blaue Airbus mit dem großen Humpen am Leitwerk nahm deswegen erst mal Kurs auf den Pfälzer Airport Zweibrücken. In einem leichten Sinkflug wurden die Bordtoiletten über den dortigen Abfertigungsgebäuden entleert und gespült, um anschließen Kurs auf den Straßburger Flughafen Entzheim zu nehmen, und anstatt in der verhassten Pfalz, im geliebten Elsaß zu landen. Französische Eisenbahner stellten den Großhumpendorfer Freunden spontan einen Sonderzug mit Bordrestauration und Salonwagen für die Fahrt in die Saarheimat zur Verfügung. Der Revolutionszug wurde auf Betreiben der kommunistischen Gewerkschaft CGT von einer «Taigatrommel» sowjetischer Bauart gezogen und «VIVE LE GRAND LUMP» wurde überall an der Strecke von den Massen scandiert.

In den kommenden Tagen wird Bürgermeister Edgar Lump die Spitzen der saarländischen Gewerkschaften empfangen, um gemeinsam einen Rettungsplan für den, durch das Verschulden von Saar-Wirtschaftsministers Georgi in arge Bedrängnis geratenen «Saabrigge International Airport» zu entwickeln und um die, in Gefahr befindlichen Arbeitsplätze dort zu retten. Dorfchronist, Studienrat Ernst Nonsens ist sich sicher, das Edgar Lump schon einen Plan in der Tasche hat den Saarbrücker Flughafen zu retten und das Unternehmen zu einer weiteren Großhumpendorfer Erfolgsstory zu führen. Ein Schelm, der Arges dabei denkt.

Au, den 11. Februar 2007

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