2/11/2006

Europas modernste Käserei entsteht in Großhumpendorf

Die „Laiterie et Fromagerie de la haute Sarre”, expandiert munter weiter

Von Claude Michael Jung

Hier am Fuß der Großhumpendorfer Kuckuckshöhe weiden sie, Kühe, Ziegen und Schafe, die wahnsinnig glücklichen Milchspender aller Kaliber. Frischmilch und Käse aus Großhumpendorf sind so begehrt wie nie zuvor in aller Welt. Die Exporte gehen bis nach China, nach Feuerland, Arabien und was ein echter Franzose ist, kann schon lange nicht mehr auf seinen Großhumpendorfer mit dem Label "Appellation Fromage de Großhumpendorf - Grand Cru" verzichten. Diese streng kontrollierte Herkunftsbezeichnung für Lebensmittel wird ansonsten ausschließlich in Frankreich vergeben und macht somit den Großhumpendorfer Käse nicht nur im Saarland, sondern auch im restlichen Teil des Universums einzigartig.

Die „Laiterie et Fromagerie de la haute Sarre”, die Käserei von der oberen Saar will ihren Standort auf der Kuckuckshöhe jetzt jedoch erweitern und die modernste Käserei Europas bauen. Dafür will das kommunale Unternehmen 25 Millionen EURO aufwenden. Neue Weideflächen sollen im Bereich des mittleren und oberen Jammertales und der Venusfurche erschlossen werden. Die neue Anlage soll für mindestens 40.000 Tonnen Jahresdurchsatz ausgelegt werden.

Bei der „Laiterie et Fromagerie de la haute Sarre”wird die angelieferte Milch bis auf den letzten Tropfen verwertet. Den bei der Käseproduktion anfallenden Rahm nutzt die angeschlossene Butterfabrik zu ihren Spitzenerzeugnissen. Der Käse wird vor Ort verkaufsfertig aufgeschnitten, verpackt und über die Saar in alle Welt verschifft. Mit der neuen Fabrikationsstätte setzt die Großhumpendorfer Käsegenossenschaft auf die wachsende Bedeutung des globalen Käsegeschäfts. Der Käseverzehr ist allein in Deutschland innerhalb der letzten zehn Jahre um zwölf Prozent gewachsen und erreicht 22,2 Kilogramm pro Kopf. Wachstumsmarkt ist vor allem Asien, wo die zunehmende Umstellung gerade in Nordkorea auf westliche Lebensgewohnheiten für einen explosionsartig gesteigerten Bedarf an Käse sorgt.

Das Novum an der modernsten Käserei Europas ist jedoch, dass hier nicht mehr die üblichen Milchautomaten, wie Kühe, Ziegen und Schafe abgemolken werden, sondern Dromedare und Kamele künftig ihr Bestes geben. Die Initialzündung zu dem unternehmerischen Quantensprung brachte der Großhumpendorfer Arzt, Schauspieler und Bergsteiger Dr. Hubert Engerling von einer Reise zu den Bora Bora Höhlen im südöstlichen Afghanistan mit an die obere Saar. Dort hatte dem Mediziner aus Alemania ein weltweit gesuchter Dramatiker verraten, das die Milch der Dromedare und Kamele fünfmal so viel Vitamin C wie die Milch von Kühen enthält, dabei lediglich halb so viel Fettgehalt in sich birgt und keinerlei Völlegefühl verursacht, da sie nicht verklumpt. Außerdem ist sie auch für Menschen verträglich, die an einer Kuhmilchunverträglichkeit leiden. Dromedar und Kamelmilch sei auch als „Zielwasser” für den Großhumpendorfer Schützenverein zu empfehlen, befand Dr. Hubert Engerling in seiner voluminösen Milchstudie, nach dem Besuch in der Höhlenwelt von Bora Bora. Dort hatte er sich von der Treffsicherheit des dortigen Schützenvereins überzeugt und dokumentiert das die Trampeltiermilch als „Zielwasser” vor dem Schützenfest, dem schäumenden Gerstensaft aus der einheimischen Humpenbrauerei sogar weit überlegen ist.

Von einer weiteren Ausbaustufe der „Laiterie et Fromagerie de la haute Sarre” ab dem Jahr 2009 könnte das gesamte Saarland profitieren. Hier heißt das Zauberwort „Mäusemilch”. Bis zu 30 000 EURO bringt derzeit ein Liter der, die Gehirndurchblutung und Potenz anregenden Milch der kleinen niedlichen Nager. 15 bis 20 000 neue Arbeitsplätze sollen entstehen und dem desolaten Arbeitsmarkt an der Saar zu einem Höhenflug verhelfen. Die ARGEN im gesamten Land sind derzeit bemüht, Erwerbslose in Intensivschulungen auf ihren neuen Job als diplomierte Mäusemelker vorzubereiten. Pläne, in naher Zukunft auch Tintenfische in der Saar zu züchten und ins globale Geschäft mit Füllfederhaltern und Kugelschreiber einzusteigen bestehen in der Aufsteigergemeinde an der oberen Saar derzeit noch nicht. Ebenso wurden Gerüchte, wonach eine digital gesteuerte Mäusemelkmaschine zur Senkung der Produktionskosten, sich bereits in der Erprobungsphase befinde, lautstark dementiert.

Au, den 2. November 2006

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