17/8/2006

Großhumpendorfer Ausstellung zeigt Literatur des Mittelalters

Kanaldeckel in der Gemeinde sollen vergoldet werden

Von Claude Michael Jung

Herausragende saarländische Literatur des Mittelalters wird am saarländischen Heimattag am 15 September in Großhumpendorf im «Schlendriansaal» des Rathauses präsentiert. Handschriften und Fragmente, der Grafen von Auersmacher, die zu den wertvollsten literarischen Zeugnissen des deutschsprachigen Mittelalters gehören, angefangen von Michel I. Comte du Aurica bis hin zu Michel XXIII. werden hier in einer einzigartigen Schau zu bewundern sein.

«Sämtliche 23 Grafen aus der saarländischen Dynastie der Auricarianer waren große Gelehrte, Literaten, Komponisten, Scharlatane und Quacksalber», betont der Großhumpendorfer Dorfchronist Studienrat Ernst Nonsens. Unschätzbar ist vor allem der Wert des ebenfalls ausgestellten «Schlendrians Evangeliar», einer Übersetzung der arabischen Texte aus 1001 Nacht in die, im Mittelalter am meisten verbreiteten Dialekte der großen Saarheimat. Besondere Aufmerksamkeit wird auch das reich bebilderte, erotische Tagebuch von Michel XI. beim Publikum finden dürfen. Michel XI, auch der Schürzenjäger genannt, beschreibt darin seine erotischen Erlebnisse, die ihm auf seinen Reisen an Mosel, Rhein und Nahe widerfuhren. Fast hüllenlos sind auf den farbigen Hochglanzseiten die damaligen Schönheitsköniginnen der Großregion zu sehen. Michel XI. verstarb bereits mit 49 Jahren an einem Schwächeanfall im Himmelbett der Comtesse von Pont à Mousson. Er hatte 196 Kinder gezeugt, 87 Ehen liquidiert und die Zahl der gehörnten Ehemänner während seiner Schaffensperiode in Schwindel erregende Höhen getrieben.

Ebenfalls dürften die, am Tag der Saarheimat ausgestellten medizinischen Werke von Michel XVI. breite öffentliche Aufmerksamkeit erregen. Lange bevor Dr. Frankenstein die Welt mit seinen medizinisch wissenschaftlichen Experimente in Erstaunen versetzte, hatte Michel XVI. der damaligen Welt bereits das Gruseln beigebracht. So hat der begnadete Experimentalmediziner unter anderem einer Mumie beigebracht, einen vollendeten Striptease zu tanzen. Desweiteren ist es ihm gelungen einen Prinzen aus der Bitburger Gegend in einen Frosch zu verwandeln und den Buckel eines Müllers aus St. Ingbert komplikationslos auf dessen Vorderseite zu verpflanzen. Sein Standardwerk über die erfolgreichsten Formeln der Gesundbeterei hat unter anderem Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt dazu veranlasst, gemeinsam mit dem Großhumpendorfer Bürgermeister Edgar Lump die einzigartige Literaturausstellung zu eröffnen. Ministerin Schmidt ist daran interessiert, die Formeln der Gesundbeterei in ihre verkorkste Gesundheitsreform einfließen zu lassen um so endlich die galoppierenden Kosten in den Griff zu bekommen. Bürgermeister Edgar Lump, der als Vertreter der Gemeinde und legitimer Nachfolger der Grafen von Auersmacher im Besitz der Urheberrechte, der als hoch effizient geltenden Gesundbeterformeln ist, sieht unterdessen einen schweren Milliardenbetrag in die Gemeindekasse fließen. Am Tresen in Ännchens Kneipe am Dorfbrunnen war bereits die Rede davon, die Kanaldeckel in der Gemeinde zu vergolden.

Die Ausstellung bildet den Auftakt zum Kolloquium «Mittelalterliche Sprache und Literatur in Großhumpendorf und Umgebung» und ist ein gelungenes Beispiel für die produktive Zusammenarbeit eines ganzen Dorfes. Konzeption und Katalog stammen von Studienrat Ernst Nonsens und Fräulein Zickig, der streng zölibatär lebenden Lehrerin der Großhumpendorfer Grundschule. Studienrat Nonsens entdeckte bei der Ausstellungsvorbereitung auch mehrere bislang völlig unbekannte Stücke, die nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden. Darunter die fast vollständige Familienchronik der Schlendriane, die einstmals als Tempelritter dem Morgen und Abendland geistige Impulse verbraten hatten. Darunter sind unter anderen so wertvolle Exponate, wie das Kochbuch von Ritter Schlendrian dem Mächtigen und das Rätselheft von Englands König Richard Löwenherz mit Randnotizen, Fettflecken und Eselsohren, das Englands König während seiner Verweildauer auf dem Trifels bei Annweiler fast vollständig gelöst hat.

Die Ausstellung ist am 15. September von 9 bis 17 Uhr im «Schlendriansaal» des Großhumpendorfer Rathauses zu sehen. Ebenfalls ist an diesem Tag eine Autogrammstunde von Bürgermeister Edgar Lump am Tresen in Ännchens Kneipe am Dorfbrunnen vorgesehen. Für den Tag der Heimat 2007 planen die Verantwortlichen den großen Katechismus des Großhumpendorfer Pastors Friedensreich Selighauer, sowie mehrere Hundert Komikhefte die Fräulein Zickig während ihrer langen Tätigkeit als Lehrerin an der Großhumpendorfer Grundschule während der Unterrichtsstunden konfisziert hat, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Au, den 17. August 2006

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