2/5/2007

Linke Saar schließt neuen Generationenpakt

« LAG Schluck auf » fordert das gesamte deutsche Brauwesen zu verstaatlichen

Von Claude Michael Jung

Gerade mal 297, mehr oder weniger gelangweilte Zuhörer hatte der Pfälzer Häuptling Kurt Beck (SPD), bei seinem Auftritt als « Dummschwätzer » bei der zentralen Mai-Kundgebung des DGB Rheinland Pfalz in Wörth am Rhein. Ein Vertreter des DGB Rheinland Pfalz steckte dem Politmagazin « Zappenduster », man müsse wohl in Zukunft Freibier in großen Mengen ausschenken, bevor man Kurt Beck noch mal am Tag der Arbeit ans Mikrophon lasse. Beck sei es gelungen, die Massen der Lohnabhängigen von der zentralen Mai-Kundgebung fern zu halten. Er habe die Anziehungskraft einer Vogelscheuche und sei im Grunde genommen nur mit erheblichen Freibiermengen im Kopf zu ertragen, so der sichtlich enttäuschte Gewerkschaftler

Über 10 000 Teilnehmer dagegen strömten zum Tag der Arbeit in den Deutsch-Französischen Garten (DFG) in Saarbrücken. Hier stellte der Großhumpendorfer Bürgermeister Edgar Lump, das von saarländischen Tempelrittern, bereits im Mittelalter entwickelte Modell, der dynamisch sinkenden Bierpreise einer begeisterten Menge vor. Gemeinsam mit dem saarländischen Thekenverein hatte Edgar Lump das bierpolitische Modell der Saar-Templer auf die heutigen Klimabedingungen modifiziert. Nach Edgar Lumps Credo purzeln die Bierpreise künftig ab einer Außentemperatur von 23,5 Grad Celsius um jeweils 5 Prozent, sobald ein Temperaturanstieg von einem Grad offiziell gemessen wird. Der parteilose Biertheologe und bekennende Anhänger der globalen Humpenkultur Edgar Lump rechnete der jubelnden Menge vor, dass dieser Vorgang erst dann beendet sei, wenn der Siedepunkt des Preissturzes, mit dem Eintritt in die absolute Freibierphase erreicht sei. Zum Abschluss seiner insgesamt viereinhalbstündigen Rede zur aktuellen Bierpolitik geißelte Lump den saarländischen Umweltminister Stefan Mörsdorf (CDU) für dessen Schnapsidee künftig Trinkwasser im Saarland mit einer Sonderabgabe zu belegen. « Die Mörsdorfabgabe führt zur bierpolitischen Preistreiberei und Wucher, die im Saarland unweigerlich zu bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen führen werden », so die Lumpche Prophezeiung. Edgar Lump forderte Ministerpräsident Peter Müller (CDU) dazu auf, seinen Parteifreund unverzüglich aus dem Ministeramt zu entfernen und bei Brot und Wasser im Keller der Staatskanzlei einzuquartieren. Lump appellierte eindringlich an die verlorene Ehre des ehemaligen deutschen Bierbotschafters Müller und gab dem Bierpeter den guten Rat sich zumindest von seinem Umweltminister zu distanzieren, solange dieser nicht seine Schnapsidee öffentlich widerrufen habe.

Besonderen Anklang fanden die dynamisch sinkenden Bierpreise unterdessen bei der Linken.Saar. Hier war es die Parteijugend, die « Little red Socks », wie der linke Jugendverband an der Saar sich offiziell nennt, der die bierpolitische Offensive ergriff. Gemeinsam mit der « Landesarbeitsgemeinschaft Senioren » wurde spontan, noch während der Rede Edgar Lumps eine generationenübergreifende « LAG Schluck auf » gegründet. Der 87jährige Baron Gottfried-Tatterich von Mehlschwitz und der 19jährige Student der Alkohol und Rauschwissenschaften Thomas Urpils, wurden zu gemeinsamen Vorstandssprechern der « LAG Schluck auf » berufen. In einer ersten Pressekonferenz forderten sie das gesamte deutsche Brauwesen zu verstaatlichen und die Bierpreise auf dem Stand von 1870 festzuschreiben. Sowohl Premiumtrinker Baron von Mehlschwitz als auch der rote Nachwuchschluckspecht Thomas Urpils legten ein feierliches Gelöbnix zu Ehren der saarländischen Tempelritter ab. Das Gelöbnix sieht vor, jährlich mindestens ein Dutzend Orgien im Stiele des Templerordens durchzuführen und allzeit einen Lebenswandel im Sinne der « Armen Ritter vom salomonischen Tempel » zu führen.

Unterdessen wurde bekannt das Oskar Lafontaine sich gegen eine Festschreibung der Bierpreise auf den Stand des Jahres 1870 gewandt hat. Lafontaine moserte rum, es gehe der neugegründeten « LAG Schluck auf » lediglich darum, Bier zum Abfüllprodukt der Massen zu machen. Dabei würden Wein, Edelschnäpse, sowie Salbei und Kamillentee zwangsläufig in den Hintergrund treten. Lafontaine forderte von der « LAG Schluck auf » für die, von ihm genannten Produkte, binnen drei Tagen einen Fünfjahresplan zu entwickeln und ihm zur Genehmigung vorzulegen.

Au, den 2. Mai 2007

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