6/7/2006

«Es gibt keine Kuh, die der Lump nicht melken kann»

Erster Melkkurs für Kommunalpolitiker

Von Claude Michael Jung

Der Weg in die gemütlichste Gemeinde des Universums, nach Großhumpendorf im Saarland, führt immer geradeaus bis zum Regenbogen. Fährt man hindurch so wird der Reisende am Ortseingang zumeist von Alarisch dem gescheiten Wallach des Bauern Güllerich mit einem freundlichen wiehern begrüßt.

Unter den zahlreichen Prominenten, die hier leben ist auch Max Palü, der vom saarländischen Rundfunk pensionierte ehemalige Saarbrücker Tatortkommissar. Max Palü klärt allerdings keine Kriminalfälle mehr auf, denn hier in Großhumpendorf gibt es keine Kriminalität. Nicht einmal ein Fahrrad wurde in den letzten zehn Jahren gestohlen. Max Palü betätigt sich in Ännchens Kneipe am Dorfbrunnen als Koch. Der Chronist des Dorfes, Studienrat Ernst Nonsens beschreibt Max Palü, als einen großartigen Meister des Genusses, der vor allem auch die Dinge, die er anderen vorsetzt, selbst verzehrt, was noch lange nicht jeder Koch, alleine schon aus Selbsterhaltungstrieb heraus, tut. Max Palü kann im nächsten Jahr fest damit rechnen zum Großhumpendorfer Ehrenbürger ernannt zu werden, eine Ehre zu der nicht einmal Oskar Lafontaine, obwohl es dessen größter Wunsch war, gekommen ist

Wieder einmal hat Bürgermeister Edgar Lump, zastermässig gesehen, zugeschlagen. Saar Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Hanspeter Georgi hat der Gemeinde Großhumpendorf 950.000 Euro für die Erschließung des Gewerbegebietes "An der Schlendrian Straße" bewilligt. Das Geld stammt aus dem EU-Ziel-2-Programm für das Saarland 2000-2006.

"Die Gelder sind sehr gut angelegt, denn mit den Investitionen unterstützen wir den Strukturwandel im Land," so Minister Georgi. Eine jüngste Umfrage der Beratungsgesellschaft Lug & Trug bescheinige der Gemeinde Großhumpendorf Spitzenwerte für ihre wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. "Die Schwerpunkte haben wir richtig gesetzt. Jede einzelne Maßnahme trägt zur positiven Entwicklung in Großhumpendorf bei", konstatierte Bürgermeister Edgar Lump treffsicher. Für die folgende Jahre plant man in Großhumpendorf neuerliche Investitionen von 6,95 Mio. Euro. Bereits im kommenden Jahr wird Bürgermeister Edgar Lump für die Umwandlung des Gewerbegebiets "An der Schlendrian Straße" in ein Naturschutzgebiet weitere Mittel beantragen. «Es gibt keine Kuh, die der Lump nicht melken kann», meinte Bauer Güllerich gestern Abend im Rahmen eines Melkkurses für Kommunalpolitiker an der saarländischen Sommerlochakademie, die in Großhumpendorf beheimatet ist. Und Gottfried Hoschbes der Organist der Pfarrkirche meinte gar: Wir brauchen keine Marienerscheinungen wie die Marpinger um zu Kohle zu kommen, wie haben dafür unseren Lump»:

Erneut hat der Großhumpendorfer Pastor Friedensreich Selighauer für bundesweites Aufsehen gesorgt. In seiner gut gepfefferten und gesalzenen Sonntagspredigt hat Pastor Selighauer die Zwangsehe für all diejenigen Dorfjungfrauen gefordert, die sich vor der Ehe der Unkeuschheit hingeben. Er hatte deren sofortige Eheschließung mit den lüsternen Burschen gefordert, der der Jungfrau zum Kinde verholfen haben. Hintergrund seiner Sittenpredigt war die Erkenntnis, dass die Dorfjugend es hinter dem Spritzenhaus miteinander treibt. Dabei sind Pastor Selighauer eindeutige Geräusche an die Ohren gedrungen. Für seine Predigt wurde Tugendwächter Selighauer ein großes Lob von seinem Bischof ausgesprochen.

Ein kulinarisches Erlebnis der besonderen Art erwartet die Besucher von Großhumpendorf an «Karls Gourmet-Point», einer Frittenbude auf dem Rätschplatz im Dorf. Hier, mitten auf dem großen Kommunikationsplatz der Gemeinde, steht im Schatten der Schlendrianslinde, fast direkt neben der öffentlichen Bedürfnisanstalt, dem «Maison Toilette», der Ort der Gaumenfreude. An «Karls Gourmet-Point» gibt es die besten Bock und Currywürste nördlich der Alpen. Papst Bendedikt XVI wird sich, wenn er im nächsten Jahr Großhumpendorf besuchen wird, davon überzeugen. Als Bürgermeister Edgar Lump bei einer Privataudienz dem heiligen Vater von Karls Würsten erzählte lief dem Pontifex maximus schon das Wasser im Mund zusammen, berichtet Dorfchronist Ernst Nonsens.

Papst Bendedikt XVI wird im kommenden Jahr die Großhumpendorfer Ritterspiele, die alljährlich zu Ehren des weltbekannten saarländischen Tempelritters Schlendrian des Mächtigen und seines Clans stattfinden, besuchen und sich von der Tapferkeit der alten Saarritter überzeugen. Hoch zu Ross wird der Papst auf dem Rücken von Alarisch dem Wallach von Bauer Güllerich in den Hof der Humpenburg einreiten und an der Suche nach dem hier verborgenen heiligen Gral teilnehmen.

Au, den 6. Juli 2006

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