28/1/2008

53.000 Liter Messwein in Spanien gestohlen

Interpol spricht vom größten Mundraub aller Zeiten

Ratlose spanische Kellermeister vorm leeren Faß

Von Claude Michael Jung

Großhumpendorf/Tarragona - Wie die spanische Nachrichtenagentur spanienaktuell.com unter Berufung auf den Radiosenders Cadena Ser berichtet, haben dreiste Diebe am vergangenen Donnerstag aus dem Keller einer Bodega in Reus (Ostspanien, Provinz Tarragona) 53.000 Liter Messwein gestohlen. Der Wert wird von der bestohlenen Bodega de Muller mit über 100.000 Euro angegeben.

Nach Erkenntnissen der ermittelnden Guarda Civil brachen die durstigen Diebe die Eingangstür der Finca auf und pumpten den Wein in mehrere bereitgestellte Tankwagen. Die bestohlene Bodega stellt seit 1851 Messwein her und beliefert auch den Vatikan in Rom. Nach bisherigen Erkenntnissen ist dies das erste Sakrileg dieser Art in Spanien überhaupt. Bisher wurden lediglich kleinere Vergehen dieser Art durch Messdiener verübt, was aber bei der Beichte stets mit sechs Vaterunser absolutiert wurde und nicht als Vorstrafe ins Sündenregister der katholischen Kirche eingetragen wurde.

Der Messwein aus Reus hat angeblich eine, die Sinne erweiternde Wirkung und wird zumeist bei Konzilen und als Beschleuniger für die Papstwahl auch beim Konklave verwendet. Gegenüber dem Trinkermagazin „Zappenduster”, gab der Abt des Klosters Monte Vino, Monsignore Don Camillo Lambrusco zu Protokoll, der geraubte Messwein sei für gewöhnliche Katholiken nicht zum Genuss geeignet. Seine Wirkung sei für Protestanten und Atheisten sogar äußerst gefährlich. Ein einziger Schluck würde hier ausreichen, den Schluckspecht sofort in die Hölle fahren zu lassen.

Unterdessen meldet die Gendarmerie in der südfranzösischen Stadt Orange, einer Motorradstreife sei auf der Autobahn in Richtung Lyon zwei Tankwagen der Spedition „Angel - Internationale Transporte” aufgefallen, deren Fahrer auf dem Kopf einen Heiligenschein und auf dem Rücken Flügel gehabt haben sollen. Die völlig verstörten Gendarmen sein daraufhin in Panik Hals über Kopf geflohen, ohne die Ladepapiere der Tanklaster zu kontrollieren.

Interpol bittet derweil ganz fix die europäische Bevölkerung um Mithilfe bei der Aufklärung des größten Mundraubs aller Zeiten. Auch das Bundeskriminalamt ist auf der Hut. Hier hat die „SOKO Weingeist” angeblich schon eine erste weinselige Spur. In einer Sektkellerei in der Gemeinde Großhumpendorf an der oberen Saar sollen mehr als 50 000 Liter höchst verdächtiger Rebensaft, unbekannter Herkunft aufgetaucht sein.

Wie der Großhumpendofer Bürgermeister Edgar Lump und Kellermeister Gustav Watzmann übereinstimmend aussagten, sei ihnen auf dem Nachhauseweg von Ännchens Kneipe am Dorfnrunnen ein brennender Dornbusch erschienen und habe ihnen befohlen den gesamten Wein in Sekt zu verwandeln. Eine sofort eingeleitete Großfahndung nach dem brennenden Dornbusch und nach den beiden Tankwagenfahrer, die den dreisten Mundraub in der Bodega in Reus begangen haben sollen, verlief bisher im Trockenen.

Au, den 28. Januar 2008

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