28/1/2008

Mittelrheinische Blondine soll ins Saarland umziehen

Akt purer Barbarei: - Jetzt will Kurt Beck die Loreley schänden

Das „Deutsche Eck der Saarländer”.
Kuschelt hier bald die Loreley?
Foto: SaarKurier

Von Claude Michael Jung

Sie gilt insgeheim als die große Liebe aller Besucher des Mittelrheins. Nun droht der blonden, romantischen Dame Ungemach durch die UNESCO. Die Rede ist von der Loreley, jener blonden Schönheit, die nach Meinung vieler Historiker als die Erfinderin des bekannten Spieles „Schiffe versenken” gilt. Die UNESCO will die Loreley nicht mehr als Weltkulturerbe anerkennen, wenn der Plan, in ihrer direkten Nähe eine Brücke über den Mittelrhein zu bauen, von der barbarischen SPD Landesregierung in Mainz verwirklicht werden sollten.

Das Obere Mittelrheintal rund um die blonde Loreley gehört seit 2002 zum UNESCO-Welterbe. Einen ähnlichen Kahlschlag, wie er nun dem Mittelrhein droht, gibt es bereits im UNESCO-Welterbe Dresdner Elbtal. Die UNESCO wird Dresden den Welterbe-Titel voraussichtlich im Sommer aberkennen, da sie die Schönheit der Flusslandschaft durch die dort geplante Waldschlösschenbrücke verschandelt sieht.

Nun steht Zoff ins Haus zwischen Gegnern und Befürwortern des umstrittenen Brückenschlags. „Das Flittchen dort oben auf dem Felsen hat uns immer nur Unglück gebracht”, sagte ein in Sankt Goar ,unter dem Felsen beheimateter Rheinschiffer, dessen Kahn in der Vergangenheit mehrmals von der zickigen Loreley auf Grund gesetzt wurde. „Mich hat sie einmal verführt, seitdem träume ich jede Nacht von ihr”, so Toni der bärtige Fährmann, der über Nacht seine Arbeit verlieren würde, sollte der Plan, die Loreley durch eine Beton oder Stahlbrücke zu schänden, grausame Realität werden.

Angeblich hat die rheinland-pfälzische Landesregierung den Fachleuten der UNESCO drei mögliche Standorte für das Werk der Schande genannt, berichtet das Weltkulturerbemagazin „Zappenduster”, in seiner neuesten Ausgabe. Dort wird auch der pappnäsige Karnevalist Walter U. aus dem Verkehrsministerium zitiert der behauptet: „Niemand will den Verlust des Welterbe-Status riskieren”.

Im Auftrag der UNESO sollen nun Bergleute aus dem Saarland überprüfen, ob der Loreleyfelsen nicht komplett aus dem Mittelrheintal herausgesprengt werden kann, falls die Mainzer Landesregierung nicht zur Einsicht kommt und statt des schändlichen Brückenschlags, die vorhandenen Fährverbindungen ausbaut. Der UNESO-Beauftragte Jean Marie Firlefanz will um jeden Preis den legendären Felsen als Weltkulturerbe erhalten und ist notfalls bereit, die Heimstatt der Loreley an einem anderen, der Schönheit der Dame, würdigen Ort unterzubringen.

Unterdessen hat der kulturpolitische Guru des LINKE Landesvorstandes im Saarland, erste Ansprüche auf die Loreley erhoben. Sie soll, geht es nach seinem Willen, in das umstrittene Projekt „Stadtmitte am Fluss” der Saarhauptstadt eingebunden werden und dort als Kletterfelsen, für die von ihm erwarteten Touristenströme, herhalten. Allerdings hat dieses Ansinnen bereits Zorn bei dem UNESCO-Beauftragten Jean Marie Firlefanz ausgelöst. Firlefanz sagte, DIE LINKE im Saarland wolle die Loreley, genau wie der Pfälzer Häuptling Kurt Beck, vergewaltigen. Außerdem könne niemand klar ausschließen, dass die Loreley nicht auch in Saarbrücken in ihre alten Gewohnheiten zurückfallen könnte und die Schifffahrt auf der Saar gefährden würde.

Gegen eine Ansiedelung der Loreley am Saarbrücker Saarbogen sprach sich unterdessen auch das Wasser und Schifffahrtsamt in Saarbrücken aus. Hier sieht man das alljährlich stattfindende Saarspektakel, an dem sich Dutzende Schiffe, Kähne, Schaluppen und Drachenboote beteiligen in allerhöchster Gefahr. Sollte ausgerechnet zum Saarspektakel die Loreley ihre tollen Tage bekommen und nach Lust und Laune Schiffe versenken, wäre der Schaden nicht wieder gut zumachen, sagte ein Sprecher des Wasser und Schifffahrtsamtes in Saarbrücken dem „Sender Freies Saarland” (SFS) ins Mikrophon.

Großzügige Hilfe für die bedrohte Loreley kommt jetzt von der oberen Saar. Hier will die Tempelrittergemeinde Großhumpendorf dem blonden Schnuckelchen vom Mittelrhein dauerhaft Asyl gewähren. Wie der regierende Bürgermeister Edgar Lump während seiner Sprechstunde in Ă„nnchens Kneipe am Dorfbrunnen sagte, sei man bereit, die alte Fischerhütte am „Deutschen Eck der Saarländer”, der Bliesmündung, gegenüber der ostfranzösischen Stadt Saargemünd, abzureisen und als Kuschelecke für die Loreley herzurichten. Gleich nächste Woche will Bürgermeister Lump mit einer argumentationsstarken Delegation nach Brüssel dampfen und die europäische Kuh (eK) kräftig abmelken, um die Umzugskosten für die schwergewichtige Loreley von Sankt Goar nach Großhumpendorff an die obere Saar begleichen zu können.

Au, den 28. Januar 2008

GroßhumpendorfGeschichtenwww.saarlandbilder.net