9/3/2007

Großhumpendorf führt absolut «Nichtraucherfreie Zone» im gesamten Gemeindegebiet ein

Studie beweist: «Raucher zeugen die schöneren Kinder»

Von Claude Michael Jung

Zum gestrigen G8 Gipfel in Ännchens Kneipe am Dorfbrunnen waren die acht Mitglieder des Großhumpendorfer Gemeinderats vollständig erschienen und es wurden wie immer Beschlüsse von immenser Tragweite gefasst.

Zunächst verbeugte sich Bürgermeister Edgar Lump zum internationalen Tag der Frauen vor der holden Weiblichkeit seiner Gemeinde. Er würdigte die Rolle der Frauen als Köchin, Waschmaschine, Putze und Erzieherinnen der lieben kleinen Plagen. Sodann wurde einstimmig auf Betreiben Edgar Lumps, der Antrag der Roten Zora, der frivolen Nichte von Amtmann Franz Klamm, eine Frauenbeauftragte für Großhumpendorf einzuführen, abgelehnt. Zora Klamm titulierte Edgar Lump darauf hin als den letzten Feudalherrscher Europas neben dem Papst. Mit päpstlichem Segen versehen musste die Rote Zora anschließend den Großhumpendorfer G8 Gipfel verlassen. Pastor Friedensreich Selighauer wunderte sich, dass der Herrgott ein solch dreistes Luder geschaffen hat und es auch noch in die liebliche Gemeinde an der oberen Saar gesetzt hat.

Danach stellte Bürgermeister Edgar Lump den diesjährigen Festagskalender dem hohen Rat vor und Dorfchronist, Studienrat Ernst Nonsens meinte dazu: «Ich finde es bedauerlich, das ein Jahr nur 365 Tage hat. Jetzt müssen wir schon wieder zwei bis drei Feste an einem Tag feiern. Um in Großhumpendorf leben und feiern zu können muss man schon eine Natur wie ein Roß haben».

Mit Bedauern nahm der G8 Gipfel zur Kenntnis, dass die diesjährigen Großhumpendorfer Passionsspiele wegen des immer noch fehlenden Hauptdarstellers kurzfristig abgesagt werden mussten. Zwar sollte in diesem Jahr erstmals auf Hammer und Nägel bei der Kreuzigung verzichtet werden und mit Hilfe von Schrauben, Muttern und Unterlagsscheiben, ein schonender Höhepunkt der Großhumpendorfer Passion erreicht werden, jedoch konnte bisher kein Freiwilliger für die Jesusrolle gefunden werden. Auch im saarländischen Ballermann, dem Landtag, dort wo ansonsten 51 Abgeordnete herumhängen, sei man nicht fündig geworden, beklagte Rachildis, Freifrau von Droste Wütherisch, die in diesem Jahr in einer Doppelrolle als Pontius Pilatus und Maria Magdalena glänzen wollte.

Höhepunkt des Großhumpendorfer G8 Gipfels aber war die Einführung einer absolut Nichtraucherfreien Zone im gesamten Gemeindegebiet. Einig war man sich rasch darüber, daß Pastor Friedensreich Selighauer seine Pfeife in der Sakristei weiter rauchen darf und auch den Weihrauchkessel weiterhin im sonntäglichen Hochamt aus Leibeskräften schwenken kann. Hinter dem Altar soll jedoch während der Gottesdienste ein Rauchverbot für Messdiener eingeführt werden. Dort war in der Vergangenheit sogar des Öfteren schon gekifft worden, was im dichten Weihrauchnebel jedoch niemand aufgefallen war

Nach einer von Bürgermeister Edgar Lump in Auftrag gegebenen Umfrage unter Großhumpendorfer Rauchern fühlt sich niemand groß gestört ,wenn in Ännchens Kneipe am Dorfbrunnen gepafft und gleichzeitig das ein oder andere Schnitzel am Nebentisch verdrückt wird. Für Bürgermeister Edgar Lump ein Zeichen großer Toleranz von Rauchern gegenüber Sauerstofffetischisten. Aber auch ein Angebot an Liebhaber echter Landluft will man in Großhumpendorf machen. Im Kuhstall von Bauer Güllerich ist das abfackeln von Tabakprodukten aller Art ab sofort untersagt. Neben reinstem Sauerstoff können die Landluftfreunde dort zusätzlich angewärmte Methangasfürze aus dem Rinderauspuff kostenlos inhalieren.

Zum Abschluss des Großhumpendorfer G8 Gipfels machte sich Bürgermeister Lump noch einmal für die Fluppe nach dem Sex stark. Lump wies auf eine wissenschaftliche Studie der Universität Bad Overkill hin die belegt, das Raucher gegenüber Nichtrauchern die schöneren Kinder zeugen. Lump warnte zugleich vor allzu vielen Brandlöchern in der Bettwäsche und wies außerdem darauf hin, das Raucher nicht schuld an der kommenden Klimakatastrophe sind.

Au, den 9. März 2007

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