2/11/2006

Großhumpendorf erwartet den Nikolaus

Mischlingshund Trollo erhält Großkreuz der Großhumpendorfer Ehrenlegion

Von Claude Michael Jung

Schon etliche Wochen bevor der weißbärtige Kapuzenmann mit seinem Rentierschlitten in Großhumpendorf, der supergeilen Gemeinde an der oberen Saar eintrifft, herrscht hier rege Betriebsamkeit. Unter den strengen Augen von Bürgermeister Edgar Lump legt Amtmann Franz Klamm für jeden Einwohner eine Tüte zurecht. Gemeindekämmerer Rudi Schnippler befüllt die Tüten nicht mit Süßigkeiten, sondern mit Bargeld, dem Großhumpendorfer Weihnachtsgeld, das jeder Bürger der Kommune, vom Säugling bis zum Greis alljährlich erhält. Sparkassendirektor Horst Köhler, er legt besonders großen Wert darauf in keinem verwandtschaftlichen Verhältnis mit dem derzeit amtierenden Bundeshorsty zu stehen, hat ausgerechnet dass sämtliche Tüten in diesem Jahr mit genau 672,38 EURO zu betanken sind.

Bürgermeister Edgar Lump, der «Fuchs von Großhumpendorf» hat wieder einmal das geschafft, wovon seine Amtskollegen hierzulande alle nur träumen können. Ein dickes Plus in der Gemeindekasse konnte wieder einmal, wie in allen Jahren, seit denen ein Lump in diesem Ort Bürgermeister ist, erwirtschaftet werden. Es sind besonders die Einnahmen aus dem Tourismus, die der Gemeindekasse alljährlich einen kräftigen Überschuss bescheren. Hinzu kommt der potente Gewinn aus der gemeindeeigenen Humpenbrauerei und dem Heilwasser, das aus dem Dorfbrunnen schon seit Urzeiten kräftig sprudelt und in alle Welt verkauft wird.

Nikolaustag in Großhumpendorf, das ist aber nicht nur die schöne Bescherung mittels der Weihnachtsgeldtüten. Kommt der Nikolaus, dann werden auch die neuen Ehrenbürger der Gemeinde bekanntgegeben, Ordensverleihungen stehen an und nicht zuletzt werden auch die Großhumpendorfer Bockbiertage eröffnet, ein Ereignis zu dem täglich zehntausende Besucher aus aller Welt strömen werden und mit dem nicht einmal das Münchner Oktoberfest qualitativ konkurrieren kann. «Großhumpendorfer Bockbier ist eben Klasse statt Masse», betont auch Pastor Friedensreich Selighauer, der erneut die Ehre hat, das erste Fass anstechen zu dürfen.

Besonders stolz ist Pastor Selighauer darauf, das sein etwas zu großgeratener Mischlingshund Trollo in diesem Jahr mit den Insignien des Großkreuzes der Großhumpendorfer Ehrenlegion ausgezeichnet wird. Trollo hatte es im vergangenen Sommer gleich zweimal fertiggebracht den verhassten Bürgermeister Hermann Atzel (SPD) aus der, mit Großhumpendorf seit Jahrhunderten verfeindeten Nachbargemeinde Schlemmerbach, bis direkt neben «Karls Gourmet Point» auf dem Rätschplatz zu apportieren. Hermann Atzel musste zweimal gestehen, das er ohne Genehmigung am Großhumpendorfer Baggersee spazieren gegangen war und völlig zu recht von Trollo dort entfernt wurde. Noch heute bedauert Hermann Atzel die Grenzzwischenfälle bei denen Trollo auch das sozialdemokratische Gebiss von Hermann Atzel zum spielen benützt hat und das Selbige dabei völlig zerkaut und ruiniert wurde. Der Kriegsschaden wurde bisher nicht aus der SPD Parteikasse mangels Masse ersetzt, meldete neulich der «Schlemmerbacher Hiobsbote» empört. «Nun pfeift Hermann Atzel sein tägliches «La Paloma» ohne auch nur einen einzigen Zahn in seinem Mund zu haben» schrieb der Großhumpendorfer Chronist, Studienrat Ernst Nonsens kurz nach bekannt werden der Heldentaten Trollos in sein Tagebuch und schlug persönlich den guten Hund für das Großkreuz der Großhumpendorfer Ehrenlegion vor.

Für seine «Kunst am Herd» wird Max Palü, dem ehemaligen Saarbrücker Tatortkommissar die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Großhumpendorf verliehen. Außerdem erhält Max Palü von Bürgermeister Lump den Ritterschlag der ihm die hohe Würde eines tollen Ritters vom großen Humpen verleiht. Die tolle Ritterschaft vom großen Humpen, ist ein Gralsritterorden der nur noch an der oberen Saar existiert und der auf die alten Tempelritter im Mittelalter zurückgeht. Eine weitere Ehrenbürgerschaft wird es in diesem Jahr in Großhumpendorf nicht geben. Der Antrag Oskar Lafontaines, ihm die Großhumpendorfer Ehrenbürgerschaft zu verleihen wurde auch dieses Jahr wieder ohne Begründung auf Eis gelegt.

Während das Großhumpendorfer Weihnachtsgeld von den Einwohnern der Saargemeinde als Manna für die Haushaltskasse in der vorweihnachtlichen Konsumterrorzeit empfunden wird, regt sich wie in jedem Jahr der Neid und die Missgunst all der anderen Kommunen, deren Gemeindekassen schon seit Jahrzehnten von der Schwindsucht dahingerafft wurden. Besonders in der saarländischen Landeshauptstadt Saabrigge blickt man mit Neid über die Stadtgrenze nach Großhumpendorf. In Saabrigge ist man so bankrott, das selbst die Linienbusse in der Stadt und im Umland, um Sprit zu sparen, nur noch mit 15 Stundenkilometer dahintuckern dürfen und während des Winters auch nicht mehr beheizt werden. Hoffnung auf Besserung dürfen sich die Saabrigger allerdings ein wenig machen. Bürgermeister Edgar Lump, der «Fuchs von Großhumpendorf» will nach der Jahreswende den gesamten Saabrigger Stadtrat, samt Oberbürgermeisterin in sein «Dorf am Fluss» einladen, um sie in die kleinen Geheimnisse einer ordentlichen und erfolgreichen Kommunalpolitik einzuweihen.

Au, den 2. November 2006

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