21/1/2008

Potenzschwäche, Schnarchen und zu kleine Busen sind Probleme von gestern

Großhumpendorfer Arzt erfindet Superpille

Von Claude Michael Jung

Etwa 3000 Saarländer werden jedes Jahr wegen Arzneimittelvergiftungen oder Nebenwirkungen von Medikamenten im Krankenhaus behandelt. Das hat die Techniker Krankenkasse (TK) mitgeteilt. Eine Pille mit supertollen Nebenwirkungen hat jetzt der Großhumpendorfer Arzt, Schauspieler und Bergsteiger Dr. Hubert Engerling, gemeinsam mit seinem Kollegen, dem Sexualtheoretiker Professor Dr. Heini Bummsbacher erfunden und bereits zu Studienzwecken unter die Männerwelt der uralten Tempelrittergemeinde Großhumpendorf an der oberen Saar verteilt.

Der pharmazeutische Jungbrunnen ist für Männer ab 40 Jahre gedacht und wirkt phänomenal gegen Potenzschwäche, Winterdepression, lässt Muskel dort wachsen, wo früher keine waren und selbst schwergewichtige Bierbäuche im Null Komma nix verschwinden. Selbst bei Frauen wirkt die Pille Wunder. „Nach nur einer Kurpackung mit dem testosteronhaltigen Superpräparat verschwinden Krampfadern, wachsen Busen ins Traumhafte und die Haut wird glatt wie ein Kinderpopo” verkündete Bürgermeister Edgar Lump an der langen Theke in Ännchens Kneipe am Dorfbrunnen. Wie Bürgermeister Lump weiter sagte, hat er das Medikament seiner geliebten Ehefrau Elfriede unter den Nachmittagstee gemischt und dabei zugesehen wie „La Rabiata” in nur wenigen Tagen die Maße von Marylin Monroe angenommen hat und dabei ihrem Edgar mehr als nur lüsterne Blicke zugeworfen hat. Dem Großhumpendorfer Chronisten, Studienrat Ernst Nonsens hat Bürgermeister Edgar Lump unter dem Siegel strengster Verschwiegenheit anvertraut, er – Lump – gehe davon aus, dass er nur noch wenige Pillen schlucken muss, bis seine chronischen Erektionsstörungen behoben sind und er den Damen seiner Gemeinde wieder ein treuer Freund und Held an der Schlafzimmerfront sein kann.

Der pharmazeutische Jungbrunnen aus dem Labor von Dr. Hubert Engerling und seinem Kollegen Professor Dr. Heini Bummsbacher hat selbst bei Pastor Friedensreich Selighauer und seinem etwas zu groß geratenen Mischlingshund Trollo, seine Wirkung nicht verfehlt. Trollo muss für einige Tage sein Körbchen hüten, weil er Alarich, den blitzgescheiten Wallach von Bauer Güllerich einen stürmischen Liebesbeweis aufnötigen wollte. „Der Tritt von Alarichs Hinterhufe war etwas schmerzhaft für den guten Hund, aber zurückbleiben wird nichts”, sagte Pastor Friedensreich Selighauer vor dem Hochamt am vergangenen Sonntag.

Ganz wie in alten Tagen, fiel dann die Sonntagspredigt in der ehrwürdigen Pfarrkirche Sankt Donner und Doria aus. Von der, mit einer roten Fahne geschmückten Kanzel herunter forderte Pastor Selighauer die Enteignung sämtlicher, durch die Welt marodierenden Konzerne und verfluchte lautstark deren grundverdorbene Unternehmensethik. Sein Nokia-Handy schleuderte der Gemeindehirte gegen die bronzene Statue des Erzengels Michael, wo das Produkt des kapitalistischen Teufels seinen letzten Klingelton von sich gab.

Unterdessen hat der Großhumpendorfer Gemeinderat in einer Dringlichkeitssitzung entschieden das Rezept für die patentierte Wunderpille nicht an einen international operierenden Pharmakonzern zu verscherbeln, sonder die Wunderwaffe zur Stärkung von Libido und Stehvermögen in einem volkseigenen Betrieb in der Gemeinde zu produzieren und zu vermarkten, um dem Karawanenkapitalismus ein für alle Mal, einen Riegel vorzuschieben. Da das Megamedikament auch dünne und schlaffe Muskeln auf Vordermann bringt, rechnen Bürgermeister Edgar Lump und Gemeidekämmerer Franz Klamm sogar mit Milliardenumsätzen aus dem internationalen Dopingsumpf.

Wie die rote Zora, kämpferische Vorsitzende der Großhumpendorfer Frauengewerkschaft, gemeinsam mit Beatrice Décolleté im Großhumpendorfer Strick und Häkelclub zu berichten wusste, bedeutet die Pille auch eine Erlösung für, von Dauerschnarchern geplagte Frauen. „Zwar dämmern die Beischläfer durch die Pille nicht mehr so schnell nach dem Hammelsprung weg, aber viel wichtiger ist es, dass die schreckliche Schnarcherei endlich durch das Wundemedikament von Dr. Hubert Engerling, und seinem Kollegen Heini Bummsbacher ein Ende hat&drquo;, so Beatrice Décolleté im trauten Kreise ihrer Strick und Häkelschwestern.

Das, noch namenlose Wunderprodukt soll in den kommenden Wochen von seinen Nutzern offiziell getauft werden. Namensvorschläge nimmt die „Stabsstelle Potenz und Kraft” im Großhumpendorfer Rathaus gerne entgegen. Wie weiter bekannt wurde wird das Topmedikament demnächst auch als Pulver und Zäpfchen auf den Markt der Freude kommen. Beide Erfinder rechnen in diesem Jahr mit dem Nobelpreis für Medizin. Das Preisgeld soll in Ännchens Kneipe am Dorfbrunnen zum Einsatz kommen, sagt man in der Gemeinde an der oberen Saar.

Au, den 21. Januar 2008

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