26/2/2007

Premiumwanderweg zur Humpenburg

«VEB Schlendrian» könnte schon bald Gestalt annehmen

Von Claude Michael Jung

Selbst in Abwesenheit des saarländischen Ministerpräsidenten Peter Müller wird das Land bestens regiert. So sieht man das wenigstens in Großhumpendorf. Wieder einmal hat Saar Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Hanspeter Georgi eine gute Nachricht für die romantische Gemeinde. «Die Landesregierung unterstützt mit voller Kraft die touristische Aufwertung des Großhumpendorfer Tourismusreviers. Im diesem Jahr findet hier der Deutsche Wandertag statt und dieses touristische Großereignis wirft seine Schatten bereits jetzt schon voraus», sagte der Minister der Großhumpendorf zu seiner Lieblingsgemeinde auserkoren hat. Der Großhumpendorfer Bürgermeister Edgar Lump fügte gestern Abend am Tresen in Ännchens Kneipe am Dorfbrunnen, den Worten aus dem Hals des Saarministers noch den Satz an: «Wir wollen uns als attraktiver und vor allem geiler Gastgeber präsentieren und dazu müssen wir die landschaftlichen Schönheiten rund um die Humpenburg herausheben».

Heftig und bis in die frühen Morgenstunden hinein, wurde am Tresen der Wahrheit in Ännchens Kneipe am Dorfbrunnen, darüber debattiert, wie der Premiumwanderweg hoch hinauf zur Humpenburg ausgestaltet werden soll. Offiziell soll er «Schlendrianspfad» genannt werden, zum Gedenken an das einst hier lebende große Geschlecht der Schlendriansritter. Der Wanderweg ist 10,4 km lang und soll nach seiner Zertifizierung, zur feierlichen Eröffnung von Wirtschaftsminister Dr. Hanspeter Georgi abgeschritten werden. Bürgermeister Edgar Lump wird sich zu diesem Ereignis in seiner blauen Sänfte von der freiwilligen Feuerwehr den steilen Berg hinauf tragen lassen und dabei Minister Georgi nach Kräften anfeuern.

Aus den, von der Landesregierung bereit gestellten Mitteln, soll nach Angaben aus Ännchens Kneipe am Dorfbrunnen, über die gesamte Wegstrecke eine Pergola als Überdachung gebaut werden. Auch der Gedanke von Pastor Friedensreich Selighauer, am Humpenbach eine umweltfreundliche und ebenfalls als touristische Attraktion fungierende Wassermühle zur Illumination des Premiumwanderweges zu errichten, fand nach etlichen Humpen bei den Versammelten großen Anklang. Nach Berechnungen des Organisten der Großhumpendorfer Pfarrkirche Sankt Donner und Doria, Gottfried Hoschbes, müsste die Kapazität des neuen Kraftwerkes ausreichen, um den «Schlendrianspfad» sogar in den Wintermonaten elektrisch beheizen zu können.

Das auch ein Premiumwanderweg von einer Länge von 10,4 km große Anstrengungen nicht nur an die Füße der Wanderer, sondern auch an dessen Mägen und Kehlen stellen kann,war auch dem Großhumpendorfer Bauausschuss, der ebenfalls gestern Abend in Ännchens Kneipe tagte, bewusst. Karl, der Betreiber von «Karls Gourmet Point» auf dem Großhumpendorfer Rätschplatz, erhielt direkt vor Ort ,vollkommen unbürokratisch die Genehmigung, im Abstand von zweieinhalb Kilometern jeweils eine Fressbude, mit Schankbetrieb zur Erquickung der hungrigen und durstigen Wanderer zu installieren.

Konkrete Pläne am Ende des «Schlendrianspfades» einen unter Gemeinderegie betriebenen Gastronomiebetrieb im Keller der Humpenburg einzurichten, liegen derzeit noch nicht vor. Insider allerdings gehen davon aus, dass ein erster Beschluss hierzu während der nächsten Sitzung des Gemeinderates, die regelmäßig nach dem sonntäglichen Hochamt in Ännchens Kneipe am Dorfbrunnen über die Bühne geht, gefasst werden könnte. «Der volkseigene Betrieb könnte schon bald unter dem Namen "VEB Schlendrian" Gestalt annehmen», meint der Großhumpendorfer Chronist, Studienrat Ernst Nonsens zuversichtlich.

Au, den 26 Februar 2007

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