4/4/2007

Schlendrian der Selige im Heiligen Land

Ritter Schlendrian der Selige vollzieht Krönung von Kaiser Friedrich II. nach den Rieten der Humpenkultur

Von Claude Michael Jung

Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen hatte sich gegenüber dem Papst zu einem weiteren Kreuzzug, dem fünften, ins Heilige Land verpflichtet. Politischer Huddel und auch sonst allerlei Knatsch verhinderten jedoch einen raschen Aufbruch. Als der geplante Kreuzzug wegen Krankheit Kaiser Friedrich II. im Jahre 1227 abermals verschoben werden musste, platzte Papst Gregor IX der heilige Kragen. Obwohl Kaiser Friedrich II auf der Humpenburg im Saarland seine Malaria auskurierte verhängte der erboste Papst über den Kaiser den Bann. Die erfolgreiche Kur zog sich fast ein Jahr lang hin und der Kaiser lernte neben Ritter Schlendrian dem Seligen auch noch dessen Busenfreunde Ritter Dudo von Dudweiler und den edlen Watzmann von Kalaumes kennen. Über Schlendrian den Seligen schreiben die Historiker, dass er immer dann selig gewesen sei, wenn ihn sein Streitross nach einem gelungenen Abend in Ännchens Kneipe am Dorfbrunnen wieder sicher vor der Tür seines Gemaches abgeliefert hatte.

Nach seinem Kuraufenthalt folgte Friedrich II. dann seinem Heer ins heilige Land. Als kaiserliche Berater zogen auch seine neuen Saarfreunde Schlendrian der Selige, Ritter Dudo von Dudweiler und der vornehme Watzmann von Kalaumes an der Seite des Kaisers nach Palästina. Die Quadriga ergänzte sich trefflich, Kaiser Friedrich war der arabischen Sprache mächtig und hatte großes Interesse an der arabischen Kultur und Wissenschaft. Seine Berater waren Meister in der Kunst des Anglerlateins und der damals auch im Orient schon bekannten Humpenwissenschaft. So konnte man auf Schwert und Lanze verzichten und sich der hohen Diplomatie widmen. Schlendrian der Selige und seine Kumpel traten im heiligen Land auch nicht wie gewöhnliche Kreuzfahrer in Helm und Rüstung auf sondern völlig leger trugen sie einen bunten Turban und ihren gewohnten weißen Umhang auf dem ein goldener Humpen als Ausweis prangte. Wohltuend hoben sie sich dadurch von allen zuvor erschienenen Kreuzfahrern ab. Ziel war es einen gerechten Frieden durch den Austausch von Erfahrungen und Kultur herbeizuführen.

Das heilige Land beherrschte damals der Ayyubiden-Sultan al-Kamil, der besonders von der Lebensart der saarländischen Ritter beeindruckt war. Ritter Schlendrian der Selige beschenkte den erhabenen Sultan mit einem Ölgemälde, auf dem 99 Jungfrauen beim baden im Großhumpendorfer Dorfteich abgebildet waren und der vornehme Watzmann von Kalaumes unterrichtete die muslimischen Krieger am Jordan in der hohen Kunst des Angelns. Auch Ritter Dudo von Dudweiler tat das Seinige, er beeindruckte Sultan al-Kamil und seine Krieger durch seinen fairen Sportsgeist. In Jerusalem ließ er die erste Kegelbahn des Orients erbauen und der erhabene Sultan durfte stets «alle Neune» zusammen kegeln.

Bereits im Februar 1229 hatten die Friedensquadriga aus dem Abendland. und der Ayyubiden-Sultan al-Kamil einen für alle Seiten tragbaren Kompromiss ausgehandelt: Die Christen erhielten die Städte Betlehem, Nazaret, Lydda, Sidon und Toron zurück. Hinzu kam Jerusalem mit Ausnahme der al-Aksa-Moschee und des Felsendoms. Den Christen wurde jedoch erlaubt, im Felsendom zu beten und Andachten abzuhalten. Mit dem «Frieden von Jaffa», am 18. März 1229 war auch der Weg für Kaiser Friedrich II. frei sich als König von Jerusalem krönen zu lassen. Da er aber, als immer noch Gebannter keine religiösen Zeremonien und Weihen empfangen konnte, wurde er von Ritter Schlendrian dem Seligen nach den Rieten der Humpenkultur gekrönt, gesalbt und abgefüllt.

Der gesamte Friedensvertrag stand von Seiten der Europäer unter dem Stern der Offenheit und Toleranz gegenüber den Arabern und dem Islam. Sultan al-Kamil seinerseits hatte noch ein paar andere Pokerkarten dabei im Spiel. Er plante gerade einen Feldzug gegen seinen Bruder al-Muazzam von Damaskus und konnte bei dem Familienunternehmen keine Störung durch irgendwelche Kreuzfahrer gebrauchen. Der Vertrag von weltgeschichtlichem Rang ist bis heute trotzdem einzigartig in seinem Ausgleich der Interessen des Orients und des Abendlandes. Der Handel von und nach Europa begann zu florieren, ebenso der Austausch geistig kultureller Güter. Der Friede hielt jedoch nur solange wie Sultan Al Kamil am Leben war und Friedrich II. seinen Einfluss auf das Königreich Jerusalem bewahren konnte. Der fünfte Kreuzzug war somit der Erfolgreichste aller dieser Unternehmen. Die Pläne, eine genaue Kopie der Humpemburg vor den Toren Jerusalems zu errichten scheiterten allerdings an der, leider nur kurz andauernden Friedensphase.


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Schlendrian der Selige und seine beiden Busenfreunde bereisten noch eine Zeitlang den Orient. Ritter Schlendrian heiratete in Damaskus eine schnuckelige syrische Prinzessin und verstarb mit knapp 100 Jahren in seligem Zustand zu hause in seinem Weinkeller. Bestattet wurde er im Ahnenkeller der Humpenburg in einem Eichenfass, wie die Tradition der Humpenritter es erforderte. Dudo von Dudweiler verbrachte seinen Lebensabend in einem Kloster an der unteren Saar und widmete sein Leben fortan der Vervollkommnung der Humpenlehre. Der vornehme Watzmann von Kalaumes gilt bis heute als verschollen. Arabische Schriften lassen jedoch vermuten, dass Ritter Watzmann am oberen Nil einen Haarem gegründet hat und in der bisher unentdeckten Watzmannpyramide begraben wurde.

Au, den 4. April 2007

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