21/2/2007

Großhumpendorf gibt dem Winter einen Tritt in den Hintern

Schlemmerbacher Rathaus versehentlich abgefackelt

Von Claude Michael Jung

Das traditionelle Faasenachtsinferno wurde wie jedes Jahr am Großhumpendorfer Rosenmontag mit dem Tanz der Dorfhexen eröffnet. Bürgermeister Edgar Lumps liebende Gattin Elfriede flog sogar, rittlings auf einem Besen sitzend, einige Runden um die Türme der Humpenburg. Hier an der oberen Saar geht die Karnevalstradition bis auf die alten Kelten zurück. Damals wurde Faasenacht im Humpenland allerdings gleich drei mal im Jahr gefeiert und einer alten Legende nach soll dabei sogar der Glühwein erfunden worden sein. Erst die Römer, die stets zum lachen in die Katakomben gingen, schafften diese Tradition ab und Faasenacht durfte nur noch einmal im Kalenderjahr begangen werden.

Ursprünglich waren es die ollen Kelten, die mit lodernden Feuerhaufen und brennenden Rädern die Unheil bringenden Dämonen und Wintergeister vertrieben haben. Riesige Strohräder wurden dazu gebaut. Und alle im Dorf durften mit anpacken. Die Kinder hüpften und spielten im Stroh, bis dieses weich genug war, damit die Eltern und Großeltern dicke Zopfstränge daraus flechten konnten. Diese wurden dann um meterhohe Räder gewickelt und mit Pech getränkt, denn schließlich sollten die Feuerräder richtig hell lodern, wenn sie endgültig angezündet und funkenstobend die Hügel hinabgerollt wurden.

Heute werden in Großhumpendorf allerdings zur Faasenacht keine dieser antiquierten keltischen Feuerräder mehr konstruiert. Stattdessen werden gewaltige, bis zu 250 KG. schwere Stroh-Rundballen mit Altöl und Benzin getränkt und zur Gaudi für das närrische Volk die Großhumpendorfer Kuckuckshöhe hinab gerollt. Beibehalten wird dagegen der uralte Volksbrauch, einige dieser modernen Feuerräder an die, mit Großhumpendorf seit Jahrhunderten verfeindete Nachbargemeinde Schlemmerbach zu adressieren. Sechsmal krachten die funkensprühenden Faasenachtsgrüße im Schlemmerbacher Ortszentrum ein. Schwerer Schaden erlitt dabei die Schlemmerbacher Dorfkneipe «Zum letzten Hemd». Hier brannte das Schlafzimmer des Wirtes bis auf die Sprungfedern des Ehebetts total aus.

Einen Volltreffer erhielt auch das, immer noch nicht bezahlte Schlemmerbacher Rathaus, in dem Hermann Atzel (SPD) residiert und seine Gemeinde in den Abgrund führt. Vernichtet wurde durch die Grußhumpendorfer Faasenachtsgrüße das Trauzimmer und das Amtszimmer von Bürgermeister Hermann Atzel. Pudelnackt konnte Hermann Atzel sich nur durch einen Fenstersprung im letzten Moment noch aus den lodernden Flammen retten. Wenige Sekunden später folgte ihm, ebenfalls nackt wie sie geschaffen wurde, seine Sekretärin Gudrun, durch das weit geöffnete Fenster des Amtszimmers. Das Spektakel fand seinen Höhepunkt, als Roswita, der eheliche Lindwurm Hermann Atzels, das unbekleidete Paar entdeckte und keifend forderte die beiden Lüstlinge auf einem der, von Großhumpendorf gelieferten Scheiterhaufen öffentlich zu verbrennen. Nur dank der unerschrockenen Intervention des Schlemmerbacher Pfarrers Eugen Bechermann entging das Lustpaar dem grausamen Flammentod. Pfarrer Bechermann gewährte beiden bis Aschermittwoch Kirchenasyl.

In Großhumpendorf bedauert man unterdessen das Vorgehen Pfarrer Eugen Bechermanns. In einer persönlichen Note an Hermann Atzels Gattin Roswita, bot der Großhumpendorfer Bürgermeister Edgar Lump, unbürokratische Hilfe für den Fall an, das Rosy Atzel nach dem Auslaufen des Kirchenasyls, ihren treulosen Gatten im heimischen Garten doch noch verbrennen wolle. Bürgermeister Edgar Lump bot für die Zeremonie eine kostenlose LKW Ladung besonders trockener alter Paletten an und will auch einen Kanister Superbenzin für das Spektakel spendieren. Wie Edgar Lump gegenüber dem Großhumpendorfer Chronisten, Studienrat Ernst Nonsens und dem gesamten Gemeinderat betonte, könne er sich vorstellen, der rasenden Gattin seines Erzfeindes Hermann Atzel persönlich die Fackel der Rache in die Hand zu drücken

Au, den 21. Februar 2007

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